e-komtrast – der ikp e-Newsletter: Ausgabe vom 21.3.2011
„Social Media kostet bares Geld“
Den Schweizer Terminplanungs-Dienst Doodle nützen mittlerweile sechs Millionen User – weltweit. Tilman Eberle ist bei dem Online-Service für die Kommunikation verantwortlich. Davor arbeitete er als Berater in einer PR-Agentur. ikp Consultant Albert Brandstätter hat mit ihm gesprochen.
Aus der PR-Branche in die Kommunikationsabteilung eines Web-Unternehmens – welche PR-Tools haben Sie mit in die Web-Szene übernommen?
Auch bei uns verbreiten sich Informationen nicht von selbst. Bei Doodle setzen wir sehr stark die klassische Pressearbeit ein. Bitte nicht falsch verstehen – klassisch hat nichts mit dem Kanal zu tun, sondern mit dem grundlegenden Handwerk. Auch wir von Doodle müssen uns überlegen, welche Themen wir überhaupt nach außen tragen. Bei der Pressearbeit bedienen wir sowohl On-, als auch Offline-Medien mit relevanten Informationen.
Sie haben in Vorarlberg vor kurzem zum Thema „Social Media" referiert. Warum glauben Sie ist es so schwierig, die Euphorie rund um das „Mitmach-Web“ in die Unternehmen zu bringen?
Es ist nicht schwierig, die Euphorie in die Unternehmen zu bringen. Es ist nur eine große Herausforderung, die richtigen Schlüsse aus dieser Euphorie zu ziehen. Es geht doch nicht darum, ob mein Unternehmen mehr Fans auf Facebook als die unmittelbare Konkurrenz hat. Zuerst muss ich mir überlegen, welche Ziele ich mit den verschiedenen Social Media Kanälen im Unternehmen verfolgen will. Dann muss ich entscheiden, ob sich diese über einen Corporarte Blog, ein Facebook-Profil oder einen Twitter-Stream erreichen lassen. Diese Zielerreichung muss natürlich überprüft und hinterfragt werden.
Social Media ist also harte Arbeit?
Wenn „harte Arbeit“ dafür sorgt, dass Social Media nicht planlos erfolgt, dann auf alle Fälle. Außerdem kostet Social Media Geld. Oder glauben Sie, nur weil ein Mitarbeiter sein Facebook-Profil mit persönlichen Infos füttern kann, qualifiziert ihn das bereits, um in Zukunft auch das Firmenprofil zu betreuen? Ich denke, vielen Unternehmer/innen ist dies nicht noch nicht bewusst. Eine Lösung aus dieser Misere ist es, Social-Media Guidelines zu entwickeln. Hier bietet sich sicher die Unterstützung einer PR-Agentur an. Zudem müssen die Mitarbeiter/innen, die die Social Media Tools für das Unternehmen betreuen, in Sachen Wording geschult werden – auch das spielt einer Agentur wie der euren in die Karten. Was ich allerdings gar nicht empfehle, ist die Redaktion der Social Media Kanäle auszulagern. Das muss in den Firmen bleiben.
