e-komtrast – der ikp e-Newsletter: Ausgabe vom 27.09.2011
Studie: Kommunikationsprofis im Web 2.0
Dass das Social Web in Österreich keine Eintagsfliege ist, beweisen die hohen Nutzerzahlen. Was aber halten jene, die das Netzwerken zum Beruf gemacht haben davon? Gemeinsam mit dem Markt-, Meinungs- und Medienforschungsinstitut 3MfB hat ikp im Rahmen einer österreichweiten Umfrage PR- und Kommunikationsprofis zur Nutzung von Social Media befragt.
„Das Social Web ist und bleibt ein Thema, das die Kommunikationsbranche beschäftigt“, so Dr. Peter Hörschinger, Geschäftsführer ikp. Daher hat ikp gemeinsam mit dem Markt-, Meinungs- und Medienforschungsinstitut 3MfB über 80 PR-Agenturen und Unternehmen, allesamt Mitglieder des PRVA, sowie 138 PR-Praktikerinnen und -Praktiker zur Nutzung von Social Media befragt.
PR-Profis im Web 2.0 – Spitzenreiter Xing und Facebook
94 Prozent der PR-Expertinnen und -Experten gaben an, Social Media-Plattformen persönlich zu nutzen – 88 Prozent sind dabei im Business Netzwerk Xing, 85 Prozent bei Facebook vertreten, wesentlich weniger Beteiligung herrscht bei Twitter (36%) und Youtube (31%). „Ein ganz anderes Bild zeichnet sich allerdings bei der Betrachtung der Nutzungsfrequenz ab. Hier gibt Facebook ganz klar den Ton an, dort sind 72 Prozent der Befragten fast täglich anzutreffen, während Xing von 76 Prozent einmal pro Woche oder seltener aufgerufen wird. Das ist ganz klar auf die Art der Nutzung zurückzuführen, mehr als die Hälfte der PR-Profis nutzen Xing ausschließlich beruflich, bei Facebook verschwimmen diese Grenzen“, erklärt Mag. Günther Brandstetter, Gründer von 3MfB.
Fokus auf Kontaktpflege
Den Nutzen von Social Networks sehen die PR-Fachleute in erster Linie in der Kontaktpflege zu Branchenkolleginnen und -kollegen (50%), darauf folgen Recherche (37%) und Kontakt zu Auftraggebern/Kunden (36%).Die größte Bedeutung messen die PR-Profis dem Social Web in den Bereichen B2C-Kommunikation, Krisenkommunikation und Reputations-Management bei. „Social Media gewinnt offenbar vor allem in der Kommunikation zum Endkunden an Bedeutung – verdrängt werden andere Kommunikationskanäle in den PR deshalb freilich nicht. Obwohl die Nutzerzahlen des Social Web für sich sprechen: Ein Allzweck-Kommunikationsmittel werden Facebook und Co. auch in Zukunft nicht werden“, so Hörschinger.
Schon zwei Drittel mit eigener Social Web-Strategie
„Social Web ist kein kurzzeitiges Phänomen, sondern vielmehr eine neue Denkweise und ein Paradigmenwechsel in der Unternehmenskommunikation. Die Studie zeigt, dass sich viele PR-Agenturen und Kommunikationsabteilungen dieser Tatsache bewusst sind – Raum nach oben ist aber trotzdem noch da“, so Brandstetter. Mehr als zwei Drittel (68%) der befragten Agenturen und PR-Abteilungen verfügen über eine eigene Social Web-Strategie. Dabei setzen PR-Agenturen häufiger auf intern vorhandenes Know-How (61%) als Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, Organisationen bzw. Institutionen (32%). Das Zurückgreifen auf interne Ressourcen ermöglicht einen Zeitvorteil, somit ist die Zeitspanne von der Idee bis zur Umsetzung bei Agenturen geringer: Nur durchschnittlich ein Monat brauchen Agenturen, um Social Web Aktivitäten zu implementieren – im Gegensatz zu den Kommunikationsabteilungen mit durchschnittlich drei Monaten.
Neuer Kompetenzbereich: Social Media Manager
Die Betreuung von Social Web-Angeboten ist zeitintensiv, weshalb PR-Agenturen, die über eine eigene Social Web-Strategie verfügen (ca. 75 %) auch einen Social Media Manager, also eine Person, die für alle Aufgaben rund um das Social Web verantwortlich ist, beauftragen. Mehr als drei Viertel (79 %) der PR-Agenturen haben das Erstellen von Social Web-Strategien für Kunden in ihr Leistungsportfolio aufgenommen. „Social Networks haben die B2C-Kommunikation und den direkten Dialog mit Konsumenten revolutioniert. Daher verwundert es wenig, dass die befragten PR-Profis in diesem Bereich die Zukunft sehen und 76% die Bedeutung in drei Jahren hoch oder sehr hoch einschätzen“, so Hörschinger.
