Akzeptanz für Großprojekte – Projektkommunikation nützt

05. 12. 2018

Akzeptanz für Großprojekte – Projektkommunikation nützt

Stuttgart 21, Flughafen Berlin, Elbphilharmonie Hamburg. Im privaten genauso wie im öffentlichen Bereich stoßen die Verantwortlichen für größere Bau- oder Infrastrukturprojekte regelmäßig auf gesellschaftlichen Widerstand. Längst nimmt die Öffentlichkeit nicht mehr alles einfach hin. Genau hier hilft gute Projektkommunikation, um Verständnis für Bauvorhaben zu schaffen und diese erfolgreicher bzw. transparenter zu machen.

Unternehmen sollen und müssen sich selbstverständlich weiterentwickeln und wenn nötig auch Standorte erweitern können. Ebenso wollen wir attraktive Verkehrsknotenpunkte, Straßen- und Energieprojekte oder moderne Kultur-, Sport- oder Freizeiteinrichtungen. Unangenehm nur, wenn das neue, bequeme Einkaufszentrum direkt in meinem Quartier entstehen soll und dadurch mit zunehmendem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Als Gründe für die häufige „Dagegen-Stimmung“ gelten Umweltbedenken, der immer neue Ressourcenverbrauch oder andere Interessenskonflikte. Die Situation verschärft sich, nicht nur in Ballungsgebieten oder Regionen, in denen Grund und Boden zunehmend knapper werden. Das Verhalten der Betroffenen im Umgang mit Großprojekten – oder auch weniger Großen – hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Was hat sich verändert?

Analysiert man die öffentliche Beteiligung bzw. die Protestbewegungen heute – zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dies, sind allgemein folgende Veränderungen festzustellen:
  • Der Wunsch nach Mitsprache und Beteiligung ist heute größer.
  • Neue Kommunikationskanäle über Soziale Medien sorgen für mehr Transparenz und Mobilisierungspotenzial.
  • Das Entstehen einer neuen „Protestkultur“, die sensibler im Umgang mit der Umwelt, Kosten oder Risiken ist.
  • Das Vertrauen der Öffentlichkeit in Politik, Verwaltung und Unternehmen sinkt.
  • Das sogenannte NIMBY-Phänomen: Entwicklungsprojekt gerne, aber: „not in my backyard“

Früher ist besser

Vor diesem Hintergrund bezweifelt heute kaum noch jemand, dass Infrastrukturprojekte oder größere Investitionsvorhaben ohne strategische Kommunikation umgesetzt werden können. Professionelle Projektkommunikation hat auf jeden Fall einen großen und positiven Einfluss auf den Projektverlauf, um so mehr die Kommunikation mit den direkten Stakeholdern. Und: je früher kommuniziert wird, desto besser. Die Kommunikation sorgt dabei für zahlreiche positive Effekte, wie zum Beispiel:
  • mehr Akzeptanz für das Projekt
  • höheres Vertrauen in die Projektbetreiber
  • mehr Transparenz
  • weniger Gerüchte und Ängste
  • frühzeitigeres Lösen von kritischen Themen etc.

Nutzen überwiegt Kosten

Die Kommunikation darf aber nicht als Zauberwerk missverstanden werden. Natürlich muss das Projekt selbst ebenso ordentlich, sauber und professionell geplant und umgesetzt werden. Entwarnung auch, was die Kosten strategischer Projektkommunikation betrifft, denn der Nutzen durch die Kommunikation überwiegt die Aufwände eindeutig. Zumal der Anteil an den Gesamtprojektkosten in der Regel nur im Promille-Bereich liegt. Damit also Bau- und Infrastrukturprojekte möglichst friktionsfrei realisiert werden können, muss in der Regel einiges richtig gemacht werden. Ohne Zweifel aber trägt transparente, ehrliche, frühzeitige und v.a. strategisch geplante Kommunikation einen wesentlichen Teil dazu bei. Photo by Robert Katzki on Unsplash
Bernhard Tschann

Bernhard
Tschann


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