Aus Fehlern lernen: Warum Scheitern ein Erfolgskonzept sein kann

Symbol video 03. 09. 2020

Aus Fehlern lernen: Warum Scheitern ein Erfolgskonzept sein kann

Obwohl Misserfolge zum täglichen Leben gehören, wird nicht gerne darüber gesprochen – insbesondere im beruflichen Kontext. Warum das so ist und warum wir gerade durch das Scheitern wachsen können, erklärt Autor und Strategieberater Gerhard Scheucher im aktuellen PRspektiven Talk.

Ob es um ein Projekt geht, das nicht wie gewünscht funktioniert hat, man beim Wunsch-Arbeitgeber für eine freie Position nicht in Betracht gezogen wurde oder bei einer Prüfung schon mehrmals durchgerasselt ist – wenn es um Misserfolge geht, ist der erste Impuls meist, den Fauxpas zu beschönigen oder unter den Teppich zu kehren. Was den wenigsten in den Sinn kommt: Über den Misserfolg zu sprechen und zu ihm zu stehen. Das Verschweigen führt zu einer Stigmatisierung und Inakzeptanz von Fehlern in der Gesellschaft und trägt dazu bei, dass noch weniger Menschen sich trauen, mit ihrem persönlichen Scheitern an die Öffentlichkeit zu treten – ein Teufelskreis. Dabei hätte das Sichtbarmachen von Fehlern einen nützlichen Lerneffekt und den Vorteil, dass sie sich ein zweites Mal wahrscheinlich nicht wiederholen würden.

 

Eine Fehlerkultur am Arbeitsplatz etablieren

Viele Unternehmen wünschen sich Erfolg und Innovation, lassen dabei jedoch außer Acht, dass das ohne Risiko nicht geht. Wenn man sich als Unternehmen weiterentwickeln möchte, muss man oft neue, bislang unbekannte Wege beschreiten. Da wäre es oft sinnvoll, im Prozess die Stopp-Taste zu drücken, inne zu halten und zu hinterfragen, ob der beschrittene Weg überhaupt dazu geeignet ist, die gewünschten Ziele zu erreichen, oder ob die Maßnahmen noch einmal angepasst werden müssen. Unternehmen sind außerdem gefordert, ihren Mitarbeitern die notwendigen Freiräume zu ermöglichen, damit sie Dinge ausprobieren können.

 

Einmal mehr aufstehen, als man hinfällt

Wenn man sich sogenannte Erfolgsgeschichten einmal genauer ansieht, kann man erkennen, dass jedem Triumph eine Ansammlung von Niederlagen vorausgeht – das Ergebnis davon, dass jemand einmal mehr aufgestanden ist, als er hingefallen ist. Es geht darum, sich nicht nach dem ersten Rückschlag entmutigen zu lassen und das Handtuch zu werfen, sondern sein Scheitern als temporäres Ereignis einzuordnen und mit den neu gewonnen Erkenntnissen weiterzumachen – auch mit dem Risiko, wieder einen Fehlschlag zu erleiden.

Wäre Erfinder James Dyson ungeduldig gewesen, wäre der beutellose Staubsauger niemals erfunden worden. Unglaubliche 4.126 Prototypen hat er gebaut, bevor das Produkt marktreif war. Hätte Joanne K. Rowling beispielsweise nach der Abfuhr des ersten Verlages aufgehört, weiterhin nach einem Verlag für ihr Manuskript zu suchen, würden wir die Buchreihe „Harry Potter“, die heute über 500 Millionen Mal verkauft und in über 80 Sprachen übersetzt wurde, nicht kennen.

Ein weiteres prominentes Beispiel für Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen ist der deutsch-österreichische Schauspieler, Regisseur und zweifache Oscar-Preisträger Christopher Waltz: Seine Karriere begann im Alter von 53 Jahren, nachdem er nach vielen Jahrzehnten in zahlreichen kleineren Theater- und Filmrollen erst 2009 mit der Rolle des SS-Standartenführer Hans Landa in Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ seinen internationalen Durchbruch erlangte.

Ob im Privatleben oder am Arbeitsplatz – Fehler passieren und wir alle müssen uns hin und wieder eingestehen, dass wir Schiffbruch erlitten haben. Was viel wichtiger ist, wie wir damit umgehen.

 

Gerhard Scheucher MBA, ist seit Mitte der 90er Jahre als Strategieberater tätig. Zu seinen Klienten zählen Unternehmen im In-und Ausland. In Sachbüchern und Fachbeiträgen, als Vortragender und als Blogger (www.gerhardscheucher.com) nähert sich Scheucher aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und beleuchtet die Lebenswelt des Menschen im 21. Jahrhundert aus mitunter kontroversiellen Blickwinkeln.

 

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