Virtuelle Zusammenarbeit: Tools für Videokonferenzen im Check

29. 04. 2020

Virtuelle Zusammenarbeit: Tools für Videokonferenzen im Check

Plötzlich befinden sich vielerorts Unternehmen im Homeoffice, die vorher überwiegend Präsenzpflicht im Büro hatten. Um sich trotzdem mit Kollegen, Kunden und Partner von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können, bietet sich der Einsatz von Videokonferenz-Software an. Doch wie gelingt es mir, aus dem großen Pool an Anbietern das passende Tool für mein Unternehmen auszuwählen? ikp gibt einen kleinen Überblick über die derzeit gefragtesten Videokonferenz-Tools.

 

1. Microsoft Teams: Der Allrounder

Der Name ist Programm: Microsoft Teams bietet alles, was man für die virtuelle Zusammenarbeit braucht. Neben den Funktionen zum Videocall gibt es Gruppenchats, gemeinsame Dateiablagen und eine direkte Verbindung zu sämtlichen Office-Anwendungen. Als Goodwill-Maßnahme im Zuge der Corona-Krise hat Microsoft vorübergehend das Teilnehmerlimit der Gratisversion aufgehoben. Auch die Videokonferenzen wissen zu überzeugen. In einer Konferenz lassen sich Bildschirme teilen und verschiedene Ansichten aktivieren. Auch bei den Calls ist die Verbindung zu Office von Vorteil: Wer Besprechungen vorab planen möchte, kann das auch direkt in Teams tun und einen passenden Termin an alle Teilnehmer via Outlook versenden.

Kleines Manko: Ab und an ist die Software etwas unaufgeräumt und wer eine schlechte Internetverbindung hat, fliegt schnell komplett aus dem Call. Außerdem kann Microsoft Teams nicht mehr als vier Videofeeds gleichzeitig auf einem Bildschirm anzeigen. Doch bei der Fülle an Funktionen lässt sich darüber hinwegsehen.

 

2. Zoom: Der Aufsteiger

Die Videokonferenz-App Zoom ist der große Gewinner in der Coronavirus-Krise: Binnen weniger Wochen schnellte die Zahl der Nutzer von zehn auf 200 Millionen pro Tag hoch. Und das nicht ohne Grund: Das Video-Tool ist auch von technisch wenig versierten Anwendern leicht bedienbar und bietet eine stabile Verbindung. Um ein Meeting zu erstellen reicht es, wenn eine Person ein Zoom-Konto besitzt, alle weiteren Teilnehmer der Besprechung können ganz ohne Konto über einen Link beitreten. Ähnlich wie Teams ist die Software perfekt auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet und bringt eine breite Palette an Funktionen mit. Besonders interessant ist das integrierte Whiteboard, auf dem Besprechungsteilnehmer Mindmaps, gemeinsame Notizen und mehr erstellen können. Das erleichtert das gemeinsame Arbeiten über die Software massiv.

Doch so schnell wie die Userzahlen nach oben kletterten, so schnell landete die Firma aus San Francisco am Datenschutz-Pranger. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass neue Sicherheitslücken oder zweifelhafte Entscheidungen zur Privatsphäre bekannt werden. Zoom reagierte umgehend und weitete die Einrichtung von Passwörtern und Warteräumen als Standardeinstellung aus. Wie sehr das hilft, bleibt noch abzuwarten.

 

3. Skype: Der Klassiker

Skype ist zwar grundsätzlich für den privaten Einsatz gedacht. Aber Microsoft hat nichts dagegen, wenn Unternehmen das Tool für Kommunikationszwecke einsetzen. Für den Gedankenaustausch selbst in gar nicht mal so kleinen Teams ist Skype gut genug ausgestattet. Auch das Senden von Dateien und Teilen des Bildschirms ist kein Problem mehr. Um vom aktuellen Videokonferenzboom zu profitieren, hat Skype bei seinen Features nachgebessert und erlaubt nun auch die Möglichkeit, Videokonferenzen einzurichten, bei denen die Teilnehmer keinen Skype-Account benötigen. Die kostenpflichtige Version – Skype Business – wird im Sommer 2021 seinen Betrieb einstellen, als Nachfolger übernimmt Microsoft Teams alle Funktionen von Skype Business.

Wo liegen die Grenzen? Den Entwicklungsschritt zum Kollaborationstool ist Skype nicht mitgegangen. So gibt es keine Nutzerverwaltung mit verschiedenen Rollen und auch ein virtuelles Whiteboard sucht man in der kostenlosen Version vergebens. Außerdem kann sich niemand per Telefon in ein Skype-Gespräch einwählen. Das ist dann unpraktisch, wenn Teilnehmer kein internetfähiges Gerät zur Hand haben.

 

4. Jitsi: Der Alternative

Nicht jeder möchte bei Videokonferenzen auf die Systeme von kommerziellen Anbietern zurückgreifen. Eine simple Lösung, um schnell Besprechungen im Browser aufzusetzen, ist die Open-Source Plattform Jitsi. In einem Webinterface können einfach Videokonferenzräume mit einem Namen angelegt werden. Anschließend wird die URL, die sich aus dem Hostnamen und dem Konferenznamen zusammensetzt, mit anderen geteilt – und schon kann es losgehen. Die Bildübertragung läuft in der Regel sehr flüssig, integriert ist auch ein simpler Chat und die Möglichkeit zum Screensharing. Für private Konferenzen lässt sich der jeweilige Raum mit einem Passwort versehen.

Wo viel Licht, da auch ein bisschen Schatten: Jitsi läuft in den letzten Wochen auf Grund der gestiegenen Nachfrage nicht immer ganz stabil. Durch die einfache Bedienbarkeit und die gute Übertragungsqualität ist der noch eher unbekannte Software-Anbieter jedoch eine vielversprechende Alternative.

 

Fazit: Videokonferenz-Software für alle Zwecke

Inzwischen gibt es für fast jedes Bedürfnis die richtige Lösung, es liegt aber an vielen Details, welche die beste für einen selbst ist. Das hängt vor allem an der Anzahl von Teilnehmern ab, ob die Tools intern oder unternehmensübergreifend benötigt werden, aber auch von den Extra-Features, die man zur virtuellen Zusammenarbeit braucht. Die kostenlosen Möglichkeiten reichen für die private Anwendung, aber auch für Online-Meetings in kleinen Gruppen völlig aus. Doch auch die professionellen Tools sind nicht unerschwinglich. Wir haben also trotz Corona großartige Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben!

 

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Julia Ruff

Julia
Ruff


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