Der Newsroom beginnt im Kopf

23. 06. 2020

Der Newsroom beginnt im Kopf

Der Corporate Newsroom gilt als die Antwort der Unternehmenskommunikation auf den Medienwandel und die Vielfalt der bespielten Kanäle. Die Größe des Unternehmens ist dabei nicht entscheidend.

Lange Zeit stand in der PR die Medienarbeit im Mittelpunkt, heute sind Social Media, Owned Media und interne Kommunikation mindestens genauso wichtig. Die Zahl der Kanäle hat sich enorm erhöht und damit auch die unterschiedlichen Formate, denn neben Text geht es auch um Bild, Video und Audio. Das Newsroom-Modell kommt ursprünglich aus der Medienbranche und beschreibt einen Raum in der Redaktion einer Zeitung, eines Radio- oder Fernsehsenders, wo die eingehenden Nachrichten für die verschiedenen Medien bearbeitet werden. Große Unternehmen wie Siemens, voestalpine und ÖBB vertrauen seit vielen Jahren auf das Konzept.

 

Newsroom fördert „Denken in Themen“

Wie in einer Redaktion üblich sitzen alle an einem Tisch, überlegen sich Themen und brechen die daraus entstehenden Geschichten dann für die einzelnen Kanäle herunter – passend für die jeweilige Zielgruppe. Denn vielleicht ist ein Thema nicht geeignet für eine Presseaussendung, hat aber das Potenzial, in „eigenen Medien“ auf Interesse bei der Leserschaft zu stoßen und für Social Media, wo die Bewegtbild-Kommunikation weiterhin im Vormarsch ist, wird ein Kurzvideo gemacht.

„Der Newsroom ist keine Geheimwaffe“, meint auch Stephanie Bauer, Teamlead Online & Social Media Management und Newsroom-Verantwortliche bei der voestalpine. Aus ihrer Sicht ist das Konzept grundsätzlich für jede Unternehmensgröße geeignet: „Es geht einfach darum, mehr miteinander zu kommunizieren, sich abzustimmen und einer gemeinsamen Strategie zu folgen. Der Newsroom ist ein lebendiges Instrument, das ist das Schöne. Das bedeutet aber auch, dass es sich um einen laufenden Veränderungsprozess handelt, der nie abgeschlossen ist.“

Entscheidend für den Erfolg eines Newsrooms ist die Einstellung, die sich in der Organisation und den Prozessen niederschlägt. Das Abteilungsdenken hat ein Ende, Silos werden aufgelöst. Inhalte werden vom Thema her und nicht von den Kanälen her konzipiert. Die Mitarbeiter arbeiten in einem Raum oder räumlich nahe beieinander. Das verkürzt Kommunikationswege und die Zusammenarbeit wird dynamischer. Die Abstimmung erfolgt schnell und effizient.

Newsrooms unterliegen einem stetigen Wandel: „Am härtesten ist es, zu entscheiden, dass ein Kanal nicht mehr relevant ist. Wir haben uns auch schon von Kanälen verabschiedet, die nicht optimal funktioniert haben. Manchmal braucht es einfach Mut, Nein zu sagen“, berichtet Stephanie Bauer.

 

Newsroom in der PR-Agentur: Strategie – Content – Kanäle

Dem ikp Ansatz Strategie – Content – Kanäle entsprechend, leben wir bei ikp das Konzept schon lange. In regelmäßigen Redaktionssitzungen besprechen wir aktuelle Themen und den geeigneten Kanal für die jeweiligen News aus der Agentur. Standortübergreifend unterstützt uns unsere interne Plattform „Cockpit“ als technische Lösung bei der Kollaboration.

Die Vorteile des Newsrooms: Beim Newsroom stehen die Inhalte und nicht mehr die Funktionen oder die Kanäle im Mittelpunkt. Geschichten werden umfassender und in den passenden Kanälen erzählt. Alle ziehen kommunikativ an einem Strang, und das „Silo-Denken“ hat im Idealfall keine Chance mehr.

Das Newsroom-Konzept kann einfach umgesetzt werden, wenn die Voraussetzungen stimmen, kann aber auch ein großer Umbruch sein. Das kommt ganz auf die Ausgangslage an, auf jeden Fall erfordert es ein Umdenken im Unternehmen und die Bereitschaft zur Veränderung von Strukturen, eventuell auch neue Zuständigkeiten und sicherlich mehr Zusammenarbeit. Für kleine PR-Teams ist das einfacher umzusetzen, je größer eine Abteilung wird, desto mehr Aufwand erfordert eine derartige Umstellung. Aber grundsätzlich gilt: Der Newsroom beginnt im Kopf, und nicht im Großraumbüro.

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

 

Konnten wir Ihr Interesse zu Content Management & Social Media wecken? Hier geht es zu unseren Leistungen

 

Titelbild von Hans-Peter Gauster bei Unsplash

Ines Schmied-Binderlehner

Ines
Schmied-Binderlehner


Weitere Neuigkeiten

Was der PR-Branche post-Corona erhalten bleibt

Was der PR-Branche post-Corona erhalten bleibt

03. 03. 2021

Von den digitalen Tools und Gewohnheiten, die uns seit der Pandemie begleiten, werden uns aber sicherlich einige erhalten bleiben. Ein Blick in die Zukunft der ...

mehr lesen
ikp Salzburg und Grayling kommunizieren gemeinsam für „Fressnapf Reisen“

ikp Salzburg und Grayling kommunizieren gemeinsam für „Fressnapf Reisen“

02. 03. 2021

Auf der neuen Reise-Plattform „Fressnapf Reisen“ heißt es „Gemeinsam mit dem Hund auf Urlaub“. Beim Launch wird die Plattform gemeinsam von Grayling Austria und ...

mehr lesen
#trustme – Wie Vertrauen den Ruf der Pharmabranche reparieren kann

#trustme – Wie Vertrauen den Ruf der Pharmabranche reparieren kann

25. 02. 2021

Kommunikation mit Fingerspitzengefühl und harte Arbeit sind gefragt, um ein gutes Image in der Pharmabranche aufzubauen – und dieses erfolgreich zu halten.

mehr lesen
Social Media für B2B-Brands: Mit vier Schritten zum Erfolg

Social Media für B2B-Brands: Mit vier Schritten zum Erfolg

23. 02. 2021

B2B, aber wie? Diese vier Punkte sollte man bei einer Social Media Strategie für den „Business to Business“-Bereich beachten.

mehr lesen
Blick nach innen: Image und Reputation in der internen Kommunikation

Blick nach innen: Image und Reputation in der internen Kommunikation

22. 02. 2021

Um nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die eigenen Mitarbeiter vom Unternehmensimage zu überzeugen, braucht es Authentizität, Transparenz und Emotion – zwei Kommunikationsexperten im ikp-Interview

mehr lesen
Instagram Reels

Instagram Reels

20. 02. 2021

Kurzvideos liegen gerade voll im Social Media Trend. Lesen langer Beiträge oder minutenlange Filme sind online eher rar geworden. Und genau darum zählen ...

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo