Aktuelle Umfrage: Krisenkommunikation ist unverzichtbar

14. 05. 2019

Aktuelle Umfrage: Krisenkommunikation ist unverzichtbar

Die Krisenpräventionsumfrage 2019, die das Krisennavigator-Institut für Krisenforschung der Universität Kiel durchgeführt hat, zeigt: Die Vorbereitung in der Krisen-PR nimmt eine entscheidende Rolle ein und zahlt sich nachweislich aus.

Drei von vier befragten Unternehmen, Behörden und Verbände in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein mussten 2018 mindestens einen Krisenfall bewältigen (75 Prozent), mehr als ein Viertel sogar drei oder mehr Krisenfälle (26 Prozent). Jeder zweite befragte Krisenbeauftragte hatte schon einmal menschenbezogene Krisenfälle wie Unfall, Tod oder Pandemie (55 Prozent) bzw. technikbezogene Krisenfälle wie Cyberangriffe oder Brände (44 Prozent) zu bewältigen.

Medienbeobachtung und Krisenhandbücher sind Standard

In der Krisenprävention setzen die befragten Organisationen insbesondere auf Medienbeobachtung (81 Prozent), definierte Krisenstäbe (78 Prozent) und Krisenhandbücher (72 Prozent). Jede zweite Organisation führt regelmäßige Krisenübungen durch (59 Prozent) oder hält Krisenräume für den Ernstfall bereit (46 Prozent).

95 Prozent vertrauen auf externe Unterstützung

Im Ernstfall treten in den Krisenstäben im Schnitt Beschäftigte aus fünf Abteilungen (5,5) zusammen. Die Kommunikationsabteilung (95 Prozent) und die Geschäftsführung bzw. Behördenleitung (89 Prozent) haben dabei einen festen Platz in fast allen Krisenstäben. Abteilungen mit krisenvermeidenden Aufgaben wie Compliance-Management (32 Prozent), Qualitätsmanagement (27 Prozent) und Risikomanagement (25 Prozent) sind dagegen nur in jedem dritten bis vierten Krisenstab vertreten. Fast alle Organisationen (95 Prozent) holen sich vor, während und nach der Krise externe Unterstützung. Das gilt für die Kommunikation ebenso wie für das Management von Krisen durch definierte Krisenstäbe und Abläufe.

Krisenprävention zahlt sich aus

Organisationen ohne Krisenfälle setzen laut der Umfrage eine größere Zahl an Präventionsinstrumenten parallel ein (7,4 versus 6,3), nutzen häufiger systematisches Themenmanagement (48 Prozent versus 30 Prozent), haben öfter Krisenbeauftragte benannt (76 Prozent versus 56 Prozent) und streben eher Zertifizierungen nach DIN oder ISO an (38 Prozent versus 23 Prozent) als solche, die mit einer Krise bereits konfrontiert waren.

Je besser man auf eine Krise vorbereitet ist, desto effizienter kann man sie managen oder sogar vermeiden. Unternehmen sind daher gut beraten, in Krisenprävention in Form von Krisenhandbüchern, Social-Media-Guidelines, etc. zu investieren.

 

Facts & Figures zur Umfrage

An der Umfrage nahmen Krisenbeauftragte (35 Prozent) und Kommunikationsmanager (65 Prozent) aus 85 Institutionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein teil – 75 Prozent aus Unternehmen, 15 Prozent aus Behörden und 9 Prozent aus Verbänden.

Quelle: Frank Roselieb, Krisenpräventionsumfrage 2019 – Status Quo von Krisenkommunikation, Krisenmanagement und Krisentraining in Unternehmen, Behörden und Verbänden, Arbeitspapier Krisennavigator (ISSN 1610-1855), Kiel, 2019.
Link: http://www.krisenstatistik.de/

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

 

Titelbild von Gajus bei Adobe Stock

Ines Schmied-Binderlehner

Ines
Schmied-Binderlehner


Weitere Neuigkeiten

Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken

Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken

22. 10. 2021

Immer mehr „klassische“ Medien entdecken diverse Social-Media-Kanäle, um ihre Inhalte zu verbreiten und um neue, vor allem jüngere Zielgruppen zu erreichen. Gleichzeitig nimmt ...

mehr lesen
Expertentalk: Bei Cyberattacken hilft Vorbereitung

Expertentalk: Bei Cyberattacken hilft Vorbereitung

21. 10. 2021

Digitale Angriffe beschäftigen Unternehmen: Die Attacken von Cyberkriminellen führen zu massiven Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs und möglicherweise zu wirtschaftlichen Folgen und Imageschä...

mehr lesen
Das PR-Team als Übersetzer: B2B und IT kann spannend sein

Das PR-Team als Übersetzer: B2B und IT kann spannend sein

20. 10. 2021

PR-Berater im Tech-Bereich müssen keine Computerfreaks sein. Aber Sie müssen Leidenschaft für das Thema mitbringen, IT sprechen und übersetzen können.

mehr lesen
Employer Branding pusht Recruiting

Employer Branding pusht Recruiting

05. 10. 2021

Entlang einer guten Arbeitgebermarke können sich Unternehmen entwickeln und werden von den richtigen Bewerbern gefunden.

mehr lesen
Ausgezeichnete PR-Qualität bei ikp: Daniela Gissing als neue Qualitätsmanagerin

Ausgezeichnete PR-Qualität bei ikp: Daniela Gissing als neue Qualitätsmanagerin

28. 09. 2021

Daniela Gissing, Consultant bei ikp Wien, trägt mit ihrer Ausbildung zur zertifizierten PR-Qualitätsmanagerin zur Professionalisierung der PR-Branche bei.

mehr lesen
„You are fucked“* – Veranstaltung zu Cyberattacken in Salzburg

„You are fucked“* – Veranstaltung zu Cyberattacken in Salzburg

28. 09. 2021

Veranstaltung zum Thema Cyber-Attacken: Wie umgehen mit Cyberattacken? Wie Angreifern Paroli bieten? Wie IT-Risiken minimieren und in einer Cyber-Krise kommunizieren?

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo