Die Krise als Antrieb: Optimismus pusht das Image

21. 04. 2020

Die Krise als Antrieb: Optimismus pusht das Image

Leitfäden aus der Theorie sind aktuell eine wichtige Orientierung für die Kommunikation von Unternehmen. Einige Unternehmen nutzen die Krise aber auch über die Basis-Kommunikation hinaus und ergreifen die Initiative – nicht nur um über die aktuelle Lage zu informieren, sondern auch um positive Botschaften zu verbreiten und ihren Zielgruppen einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.

Das Coronavirus holt aktuell Best Practice-Beispiele vor den Vorhang, die nicht nur einen guten Zweck verfolgen, sondern gleichzeitig das Unternehmens-Image steigern. Unternehmen werden zu Vorbildern, wie erfolgreiche Kommunikation trotz oder gerade aufgrund der Krise funktionieren kann. Sie zeigen alternative Herangehensweisen oder kreative Ideen, die neue Zugänge liefern und inspirieren.

Welche Kräfte die Krise mobilisieren kann, sehen wir an unterschiedlichsten sozialen Initiativen, die zunächst Privatpersonen ins Leben gerufen haben. So zum Beispiel zahlreiche Aktionen der Nachbarschaftshilfe, die über Social-Media-Kanäle eine große Reichweite erzielten und einen Multiplikatoreffekt in der Bevölkerung in Gang setzten. Auch Unternehmen haben erkannt, dass in der Krise vor allem die Kommunikation von Hilfe, Zusammenhalt, Mehrwert und sozialem Purpose gerade jetzt bei den Menschen punkten. Branchen, die die wichtigsten bzw. notwendigsten Bedürfnisse abdecken, haben hier natürlich einen Vorteil.

 

Sympathiepunkte sammeln

Unter den Unternehmen fallen auch besonders jene auf, die durch die Krise zwar besonders harte Einschränkungen haben, aber aus der Not eine Tugend machen. Darunter einige Gastronomiebetriebe, die durch die Maßnahmen wortwörtlich auf Sparflamme kochen müssen, aber dennoch positive Lösungen finden. So hat das Steirereck beschlossen, für Hilfs- und Einsatzkräfte wie Polizei, Rettung und Rotes Kreuz zu kochen. Geliefert werden die Mahlzeiten von Zivildienern. Dass ausgerechnet ein Nobel-Restaurant diesen Weg einschlägt, erhielt zahlreichen Beifall in den Medien.

Zu den Leidtragenden des Coronavirus zählen auch die Kulturbetriebe. Die Staatsoper Wien hat zwar geschlossen, spielt aber täglich online, gratis und weltweit. Mit diesem Angebot werden die großen Opern und Ballette neben treuen Fans auch für neue Zielgruppen zugänglich und erschwinglich. Das Angebot, von zuhause aus in der ersten Reihe fußfrei Kultur zu genießen, dürfte der Staatsoper einen kräftigen Image-Schub geben.

 

Shitstorm für sich nutzen

Auch oder besonders in Krisenzeiten sind Unternehmen vor Shitstorms nicht gefeit. Wie man aus der negativen Aufmerksamkeit das Beste rausholt, zeigt aktuell die Bäckerei Felber. Das Video, das auf Facebook gepostet und dann wieder gelöscht wurde, ging viral durch alle Medien. Zu sehen ist Frau Felber persönlich, die einen Connex zwischen der Wiederöffnung der Baumärkte und ihrer Filialen schlägt und dabei mit fantasievollen Beschreibungen Werbung für ihre Produkte machte. Während die einen die Umsetzung peinlich fanden, bezeichneten andere das Video als authentisch und nahmen es mit Humor. Die Aufmerksamkeit machte sich die Bäckerei dann gleich zweimal zu nutze. Als Antwort auf die negativen Kommentare las Frau Felber in einem weiteren Video die negativen Wortmeldungen vor. Ob kalkuliert oder Zufall, umfangreiche Aufmerksamkeit erhielt die Bäckerei auf jeden Fall.

 

Von David bis Goliath

Unter dem Hashtag #gemeinsamschaffenwirdas und dem Motto „Österreich hält zusammen“ holt Lidl regionale Lieferanten vor den Vorhang und ruft die Kunden dazu auf, die österreichischen Betriebe jetzt mehr denn je zu unterstützen. Als Dankeschön gibt es mit dem sogenannten Herzerl-Pass zusätzliche Rabatte für die Kunden.

Mit Inkrafttreten der Maßnahmen wuchs auch der Trend, Regionalität und kleine Handelsunternehmen zu unterstützen. Das Obsthaus Haller ist ein erfolgreiches Beispiel, dass zufriedene Kunden die beste PR sind. Getreu nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ riefen Kunden auf Social-Media-Kanälen auf, den Anbieter mit Bestellungen zu unterstützen. Die Initiative geht Hand in Hand mit der Entwicklung, dass die Bevölkerung durch die Selbstisolation mehr Zeit zum selbst kochen hat und noch mehr hinterfragt, woher die Lebensmittel kommen.

 

Glaubwürdige Kooperationen

Auch im Versicherungbereich haben Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten zu punkten. Helvetia stellt als Abwechslung im Homeoffice Videos mit bekannten Sportlern und Sportlerinnen zur Verfügung, die Fitness-Übungen vorzeigen und zum Mitmachen motivieren. So bringen etwa Skicrosser Christoph Wahrstötter und Skirennläuferin Niki Hosp die Zuseher ins Schwitzen.

Aus der Idee der Nachbarschaftshilfe haben sich zahlreiche Angebote entwickelt. Bereits existente Plattformen haben in Krisenzeiten einen gewissen Startvorteil. So wie die Website www.FragNebenan.at, die es seit 2015 gibt. Man kann online Hilfe anbieten oder in Anspruch nehmen, z.B. Einkäufe erledigen, mit dem Hund spazieren gehen oder Dinge ausborgen und Empfehlungen austauschen. Nicht nur die Plattform erhält durch die aktuelle Situation nun noch mehr Aufmerksamkeit, auch der Kooperationspartner aus der Versicherungsbranche stärkt dadurch sein Image.

Diese und zahlreiche weitere Beispiele zeigen, wie Unternehmen die Krise nutzen, um einen Beitrag zur Erleichterung der aktuellen Situation beizutragen. Diejenigen, die mit ihrem Angebot glaubwürdig den Kern der Zeit treffen und einen Mehrwert bieten, gehen als Gewinner aus dieser Ausnahmesituation heraus.

 

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Titelbild von Kristopher Roller bei Unsplash

Katharina Kutsche

Katharina
Kutsche


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