Verstehen schafft Verständnis – so geht Anrainerkommunikation

22. 01. 2020

Verstehen schafft Verständnis – so geht Anrainerkommunikation

AustroCel Hallein hat Ende September 2019 mit dem Bau einer Bio-Ethanol-Anlage begonnen. Die in Österreich einzigartige Produktion von Bio-Treibstoff aus Holz ist für Anfang 2021 geplant. Die begleitende Kommunikation für das innovative Projekt erfordert neben genauer Planung Mut zu Transparenz.

In Dialog treten

Mit hochwertigem Textil-Zellstoff und Bio-Energie für die Region hat AustroCel Hallein das Erbe der Papier- und Zellstoffproduktion der Industriestadt im Tennengau angetreten. AustroCel hat den Anspruch, möglichst ressourcen- und umweltschonend zu produzieren und innovative Produkte wie Bio-Ethanol zu entwickeln. Durch eine Gesetzesnovelle in der Industrieunfallverordnung musste AustroCel beim Land Salzburg einen Antrag zur Festlegung eines Auswirkungsbereichs stellen. Damit wird jener Bereich festgelegt, der in besonderen Ausnahmefällen von einem Störfall betroffen sein kann. Die Arbeiten an der neuen Bio-Ethanol-Anlage schreiten wie geplant voran. Die geplante Produktionskapazität beträgt 35.000 Tonnen Bio-Treibstoff pro Jahr.

Verständlich, dass die Mitarbeiter, die Anrainer, die umliegenden Betriebe, die Politik und die Medien das Verfahren und die Pläne des Unternehmens aufmerksam verfolgen. Für die Kommunikation war besonders wichtig, den bereits vor vielen Jahren begonnen Dialog fortzusetzen und das vorhandene Vertrauen zu festigen. Inhaltlich ging es darum, zu erklären, warum die Festlegung des Auswirkungsbereichs notwendig geworden war, welche Gefahrensituationen im Betrieb bestehen und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Immer gut informiert

Um die Anrainer laufend zu informieren, wurde bereits vor 15 Jahren ein Anrainerbrief eingeführt. Zudem wurde eine Hotline installiert, bei der alle Sicherheitsfragen geklärt werden. Im Zuge des aktuellen Behördenverfahrens wurden zunächst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den aktuellen Antrag aufgeklärt und die unmittelbaren Anrainer zu einem Anrainer-Informationsabend eingeladen. Dabei lieferte das Unternehmen Antworten auf alle Fragen, die sowohl von den eigenen Projektverantwortlichen als auch von externen Rechts- und Sicherheitsexperten gegeben wurden. An einem weiteren Informationsabend wurde das geplante Bio-Ethanol-Projekt im Detail vorgestellt.

AustroCel macht mehr aus Holz

Das Halleiner Unternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist Marktführer für Textilzellstoff aus Sägerestholz. 2018 lieferte AustroCel mehr als 95 Prozent des in Hallein hergestellten Zellstoffs an den weltweit größten Absatzmarkt China. Mittlerweile wurde die Produktpalette weiter ausgebaut: AustroCel speist Grünstrom für 28.000 Haushalte und Fernwärme für 14.000 Haushalte in das öffentliche Netz ein und reduziert damit CO2-Emissionen. In die künftige Produktion von Bio-Ethanol wird AustroCel 42 Millionen Euro investieren – ein zukunftsträchtiges Projekt: Bio-Ethanol soll bei AustroCel aus fermentiertem Holzzucker hergestellt werden, der aus der Braunlauge von Sägerestholz gewonnen wird. Zum einen wird vermeintlicher Abfall im Sinne der Kreislaufwirtschaft als Rohstoff neu verarbeitet, zum anderen wird das von AustroCel produzierte Bio-Ethanol rund ein Prozent des jährlichen Benzinbedarfs in Österreich decken und damit den CO2-Ausstoß um rund 50.000 Tonnen pro Jahr senken. Eine Win-win-Situation, die zusätzlich neue Arbeitsplätze in der Region schafft.

Verstehen schafft Verständnis

Um im Gespräch mit den Anrainern Fragen zu beantworten, die Ängste und Sorgen zu hören und über die nächsten Schritte zu informieren, wurde ein Anrainer-Info-Treff eingerichtet, der monatlich stattfindet. Zudem informieren der Geschäftsführer und der Projektverantwortliche auch weiterhin in vielen Vier-Augen-Gesprächen Politiker, Medienvertreter, Meinungsführer und Anrainer über den Projektstand. Der Anrainerbrief sowie Aktualisierungen auf der Website und Presseinformationen ergänzen das Informationsangebot.

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

 

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Titelbild von Youssef Naddam bei Unsplash

Danijela Jovic

Danijela
Jovic


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