Facebook für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser

25. 04. 2017

Facebook für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser

Die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft GmbH betreibt die fünf Landeskrankenhäuser im westlichsten Bundesland und nützt nun seit Oktober 2016 neue digitale Wege in der Kommunikation – Stichwort Social Media.

Ein buntes LKH-Redaktionsteam beweist, dass eine Facebook-Seite auch ohne zusätzliches Budget und Personal mit dem richtigen Know-How, mit persönlicher Motivation und einer funktionierenden Struktur erfolgreich sein kann.

Die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (Vlbg. KHBG) betreibt die fünf Landeskrankenhäuser Feldkirch, Rankweil, Bregenz, Hohenems und Bludenz. Das Unternehmen bietet rund 4.000 Vorarlberger/innen Arbeitsplätze, insgesamt versorgen die Mitarbeiter/innen 450.000 Patient/innen jährlich. Seit einem Jahr sind die LKH auch auf Facebook „online“, aus folgenden Gründen: Einerseits war es die Möglichkeit, direkt und ohne Zwischenschaltung mit allen Interessensgruppen – von Patienten und Angehörigen, Mitarbeitern und vor allem potenziellen zukünftigen Mitarbeitern, aber auch sonstigen Stakeholdern wie etwa auch die Medien, zu kommunizieren. Ein Weg, der z.B. gerade in Krisenzeiten, nicht mehr aus der Kommunikation wegzudenken ist. Andererseits waren es auch die vielen inoffiziell angelegten Facebook-Seiten zu den Vorarlberger Landeskrankenhäusern – ohne mögliche Einflussnahme, die schlussendlich die Entscheidung „VLKH goes Facebook“ beschleunigten. Die beiden Geschäftsführer Dr. Gerald Fleisch und Prim. Dr. Peter Fraunberger entschieden somit Anfang 2016, dass die Landeskrankenhäuser proaktiv auf Facebook vertreten sein sollten. Die Auflage für die Umsetzung: mit wenig Mittel und Aufwand. Die KHBG-Kommunikationsabteilung stellte daraufhin ein hochmotiviertes, interdisziplinäres LKH-Team für die Kommunikation in den sozialen Netzwerken zusammen. Begleitet wurde der Prozess von ikp.

Die richtige Organisation ist die halbe Miete

Um einen abwechslungsreichen und gut gewarteten Facebook-Auftritt, der alle fünf Standorte gleichermaßen abdeckt, von Anfang an professionell anzugehen, erarbeitete die Kommunikationsabteilung in Kooperation mit ikp Vorarlberg eine digitale Redaktionsstrategie, eine Mitarbeiterinformation sowie Social Media Guidelines. Die Herausforderung: fünf Standorte, das breite Spektrum der medizinischen Versorgung und die facettenreichen Ansprüche, die Menschen an ein Krankenhaus haben.

Die Kommunikationsabteilung mit Sitz in Feldkirch konnte aufgrund von  Zeit- und Personalressourcen nicht als zentrale Stelle für die alleinige Umsetzung fungieren. Die Lösung war simpel: In jedem LKH arbeiten motivierte Menschen, deren Einbindung das Projekt Facebook erst zum Leben erweckt. Sie kennen die Kollegen und Gegebenheiten vor Ort und haben die Möglichkeit, die Inhalte dort, wo sie passieren, auch auszuarbeiten – das garantiert täglich neuen Content und erhöht die Akzeptanz bei den Mitarbeiter/innen in den Spitälern – weil: Der Post kommt ja von einer/m von ihnen. Durch die Zuteilung von Wochentagen für jeweils eines der LKH hält sich der Aufwand für die einzelnen Krankenhäuser im Rahmen (1 Beitrag pro Woche) und die Struktur sorgt für Klarheit. Jeden Dienstag ist beispielsweise immer das LKH Rankweil an der Reihe, am Donnerstag ist Bregenz für das Posting zuständig. Das Wochenende deckt die Kommunikationsabteilung ab und fungiert zudem als Revisionsstelle.

Dank Workshops zu einem schlagkräftigen Team

Jedes Krankenhaus entsandte zu den Workshops zwei Mitarbeiter/innen (je 1 Mitarbeiter/in aus der Verwaltung bzw. Pflege), die Social Media affin und motiviert waren, am Projekt mitzuarbeiten. ikp Vorarlberg unterstützte  das Redaktionsteam in Form von mehreren Workshops – angefangen von den Basics des weltweit größten Sozialen Netzwerkes über Details zu erfolgreichen Postings bis zur Vorbereitung des Teams auf die kommenden Aufgaben, die neben der täglichen Arbeit zu absolvieren sind. Gemeinsam erstellte das LKH-Facebook-Team einen Redaktionsplan mit Beiträgen und Schwerpunkten und  Richtlinien fürs Beschwerdemanagement, nachdem die größten Risikopotenziale besprochen und gemeinsam ausgewertet worden waren.

Sehr gute Reichweite – und das ohne Budget

Am 1. Oktober 2016 ging das „Landeskrankenhaus“ mit einer offiziellen, verifizierten Facebook-Seite online und seitdem postet das LKH-Facebookteam jeden Tag mindestens einen Beitrag. Was zu Beginn unmöglich schien, ist mittlerweile Alltag. Die Teams der Spitäler sind eingespielt, mit viel Freude sowie Einsatz dabei und bekommen positives Feedback von der restlichen Belegschaft und den Fans. Gesamt erreichte die Facebook-Seite im ersten halben Jahr über 1 Million Impressions und knapp 700.000 Personen. Der erfolgreichste Beitrag – ein Video mit internationalen Neujahrsgrüßen von LKH-Mitarbeitern – wurde 66.500 Personen im Newsfeed ausgespielt und das alles ohne einen Cent Werbebudget – nur durch die Positionierung von regelmäßigen, spannenden und auch sympathischen Inhalten aus dem Krankenhausalltag. Durch die Postings der einzelnen Landeskrankenhäuser entsteht auch intern ein gesunder Wettbewerb: Stellt eines der Häuser zum Beispiel ein sehr erfolgreiches Posting ein, versuchen die restlichen Häuser das zu toppen.

Was am Anfang „nur“ als eine zusätzliche, direkte Kommunikationsmöglichkeit in Krisenzeiten gedacht war, schätzt Mag. Ulrike Delacher, MSc, Leiterin der KHBG-Kommunikationsabteilung, mittlerweile als wichtiges Instrument nach innen und nach außen:

„Zu Beginn ging es mir darum, einen direkten Kanal hier offen zu haben – für den Fall des Krisen-Falles. Mit dabei zu sein bei der Social Media Welle. Eine Plattform zu finden, auf welche das eine oder andere positive, kleine emotionale Ereignis Platz findet, das uns menschlich macht, das zeigt: Hier arbeiten Menschen, so ticken die LKH, das ist unsere Persönlichkeit. Mittlerweile hat sich die Facebookseite zu einem wichtigen Aushängeschild oder Instrument entwickelt – in der Wahrnehmung nach außen, aber auch als eine Möglichkeit der Wertschätzung nach innen. Es funktioniert – dank des supermotivierten Redaktionsteams. Es ist ein richtiger Spaß. Und neu ist auch, dass Medien nun auch Themen von unserer FB-Seite aufgreifen. Das ist ein weiterer Schritt – und unterstreicht neben den beeindruckenden Zahlen den Erfolg noch zusätzlich.“

Zu Beginn des Projektes standen klassische Postings mit Fotos und geringem Aufwand im Vordergrund. Mittlerweile ist das Facebook-Team gewachsen, das ist auch an der Qualität der Beiträge spürbar: Immer öfter postet das Landeskrankenhaus Videos, die Mitarbeiter mittels Handy filmen und einfachen Programmen schneiden. Dies äußert sich natürlich auch in den Zahlen – gemeinsam mit ikp Vorarlberg wird dieser Weg konsequent fortgeführt.


Weitere Neuigkeiten

„Pinkwashing“ – Wie Unternehmen die Pridebewegung für Marketingzwecke nutzen

„Pinkwashing“ – Wie Unternehmen die Pridebewegung für Marketingzwecke nutzen

15. 06. 2021

Während viele Unternehmen den Pride-Monat nutzen, um öffentlich Haltung für die LGBTQ+ zu zeigen, wird er von zu vielen zur Selbstdarstellung missbraucht.

mehr lesen
Letzte Ruhe und Nachhaltigkeit verbinden

Letzte Ruhe und Nachhaltigkeit verbinden

14. 06. 2021

paxnatura ist ein Wegbereiter der Naturbestattung in Österreich und setzt in der Kommunikation auf Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit.

mehr lesen
ikp Vorarlberg verstärkt Geschäftsleitung und Beratung

ikp Vorarlberg verstärkt Geschäftsleitung und Beratung

09. 06. 2021

Aufstiege bei ikp Vorarlberg: PR-Berater Bernhard Tschann (42) steigt in die Geschäftsleitung auf und Social Media-Spezialistin Madlen Dürr (27) wird zur Junior PR-Beraterin. Mit 1. Juni ...

mehr lesen
Welt im Wandel – PR im Scheinwerferlicht der Krise

Welt im Wandel – PR im Scheinwerferlicht der Krise

02. 06. 2021

Von PR-Leuchtraketen und Nebelgranaten – warum die PR-Agentur der Zukunft penibel auf ihr Image achten sollte.

mehr lesen
Was tun gegen Fakebewertungen?

Was tun gegen Fakebewertungen?

26. 05. 2021

Wer kennt es nicht: Man plant einen Urlaub, möchte eine größere Anschaffung tätigen oder sich für einen neuen Job bewerben und ...

mehr lesen
Für die Welt von morgen: bellaflora setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften ein

Für die Welt von morgen: bellaflora setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften ein

25. 05. 2021

Als größter Gartencenterbetreiber Österreichs hat sich bellaflora dem nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt verschrieben.

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo