„Gendern oder Nicht-Gendern?“ – ist das überhaupt noch eine Frage?

22. 03. 2021

„Gendern oder Nicht-Gendern?“ – ist das überhaupt noch eine Frage?

Das Thema ist nicht neu, aber 2021 kommt daran niemand mehr vorbei: an der gendersensiblen Kommunikation. Wer verschiedene Gruppen nicht länger ausschließen will, muss fair und gerecht formulieren. Menschen in der Sprache und in Texten einfach „mitzumeinen“ ist nicht mehr zeitgemäß. Gendern oder Nicht-Gendern – für viele Unternehmen wird das immer wichtiger, wenn nicht gar zur Haltungsfrage.

Ein Text ausschließlich mit dem generischen Maskulinum geht 2021 eigentlich gar nicht mehr, oder? Wie wir sprechen und schreiben zeigt, wer wir sind und welche Werte wir vertreten. Ob wir gendern und auch wie, wird derzeit nicht nur in der Öffentlichkeit ausgiebig und breit diskutiert, sondern ist in der Corporate Identity vieler Unternehmer*innen längst ein wesentlicher Bestandteil. Gendersensible Kommunikation spielt sowohl für die Unternehmensmarke, aber auch beim Vertrieb und dem Employer-Branding eine nicht zu unterschätzende Rolle. Vor allem die Zielgruppe „Digital Natives“ sieht sich ganz genau an, welche Werte eine Marke, ein Unternehmen vertritt und legt viel Wert auf Diversität, auch oder gerade in der Ansprache.

Gesellschaftlichen Wandel anerkennen

Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Wandel, der auch nach sprachlichem Ausdruck verlangt und die Wirklichkeit abbilden soll. Heute ist die Mehrheit der Frauen berufstätig. Immer mehr arbeiten in bisher „klassischen“ Männerberufen und besetzen – wenn auch noch viel zu selten – Führungspositionen. Bei Berufsbezeichnungen wollen Frauen ebenso repräsentiert werden und eben nicht in der männlichen Form mitgemeint sein. Neben dem binären Frau-Mann-Schema als anerkannte Geschlechtsidentitäten ist seit 2018 außerdem „divers“ im Personenstandsregister festgelegt und im Sinne der Gleichstellung auch bei Stellenausschreibungen anzuführen. Unternehmen, die diskriminierungsfrei formulieren, tragen automatisch zur Gleichbehandlung und Gleichstellung von Frauen, Männern und trans*Personen bei.

Diversitysensibel – trotzdem

Punkten lässt sich also mit einer fairen, gerechten und inkludierenden Sprache auf jeden Fall. Wer explizit gemeint ist, will explizit genannt werden, dann kommen die Botschaften auch an. Und je klarer die Positionierung, desto besser. So hat etwa Audi unlängst eine Richtlinie für ihre Mitarbeiter_innen veröffentlicht, welche sie anhält, in der internen und externen Kommunikation diversitysensible Sprache zu nutzen.

Die schlechte Nachricht: Ein allgemeingültiges Gender-Regelwerk gibt es (noch) nicht. Wer gendersensibel sprechen will, muss sich für eine Form entscheiden: Gender_Gap, Genderstern* Doppelpunkt: oder Binnen-I – es gibt viele Möglichkeiten, einige Fallstricke und bei allen Formen Vor- und Nachteile. Aktuell setzen sich im deutschen Sprachraum am ehesten der Genderstern und der Doppelpunkt durch.

Position, bitte!

Ob Unternehmen sich für gendergerechtes Kommunizieren entscheiden oder nicht: Die Art und Weise, wie kommuniziert wird, positioniert sie automatisch, ob sie wollen oder nicht. Ein Statement empfiehlt sich allemal – auch dann, wenn sie sich dagegen entscheiden. Ein Ja zur genderneutralen Sprache macht einen Leitfaden für alle Mitarbeiter*innen unbedingt notwendig – nur so wird sie gelebt und irgendwann zur Selbstverständlichkeit.

ikp unterstützt Sie gerne dabei, den Durchblick zu bewahren.

Ein bisschen Orientierungshilfe gibt es hier:

geschickt gendern
genderleicht.de
gendergerecht schreiben

Medienberichte

Video: PULS Reportage
Armin Wolf 
Tarek Leitner
Lera Boroditsky
Süddeutsche.de

Wer die Thematik vertiefen möchte

Der Bundesverband der Kommunikatoren e. V. hat ein umfangreiches Kompendium dazu verfasst. Download

Caroline Egelhofer

Caroline
Egelhofer


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