Heute schon gezwitschert?

18. 02. 2020

Heute schon gezwitschert?

Die Antwort darauf ist vermutlich „Nein“. Denn im Gegensatz zu anderen Social Media Plattformen wie Facebook und Instagram ist Twitter hierzulande ein Nischen-Netzwerk. Verkennen wir das kommunikative Potential oder können wir PR-Botschaften in 280 Zeichen sowieso nicht unterbringen?

Während sich Twitter weltweit großer Beliebtheit erfreut – 330 Millionen aktive Nutzer rund um den Globus sprechen für sich – wird die Mikro Blogging Plattform in Österreich von vergleichsweise wenig Nutzern (circa 155.000 Twitter-Accounts) verwendet. Die Nutzerzahl klingt vielleicht nach viel, ist sie jedoch nicht – Twitter hatte 2019 einen Marktanteil von 4,06 Prozent an allen Seitenabrufen auf Social Media Plattformen in Österreich. Die Menge an Nutzern ist somit zwar klein, aber nicht zu unterschätzen. Twitter‘s USP, in Sekundenschnelle aktuelle Geschehnisse zu verbreiten, ermöglicht es Unternehmen und Marken, sich mit einer relevanten, aktiven Zielgruppe zu vernetzen. Und das tun auch heimische Bekanntheiten – egal ob unser Bundespräsident, der mittels Twitter-Video ein Geheimnis lüftet, Lindsey Vonn, die den Opernball-Besuch absagt oder (EX-) FPÖ-Politiker, die sich einen Schlagabtausch liefern.

Info-Hochburg für Journalisten

Was diese Beispiele zeigen? Auch wenn die Informationen, die Politiker, Unternehmen oder die Prominenz teilen, über Twitter in die österreichische Gesellschaft getragen werden, landen sie in den klassischen Medien. Denn eine Vielzahl von Journalisten tummelt sich auf Twitter. Ein Ranking der APA zeigt, dass Armin Wolf, Florian Klenk, Corinna Milborn & Co. nicht nur selbst sehr aktiv sind, sondern auch viele Follower haben. Unternehmen, die professionell „zwitschern“, haben also die Chance, von journalistischen Gate-Keepern gesehen zu werden. „Auf Twitter sind die Menschen auf der Suche nach Neuem – und sind deshalb auch besonders offen für die Interaktion mit neuen Unternehmen“, so der Mikro Blogging Dienst. Klingt nach einer Oase für Journalisten, die auf der ständigen Suche nach Trends und Infos mit Newswert sind. Der Vorteil: Aufgrund der Zeichenbeschränkung erhalten sie diese auf Twitter besonders kompakt und auf den Punkt gebracht.

Twitter für Unternehmen: How-to

Die klassischen Vorteile der Social Media Plattformen gelten selbstverständlich auch für Twitter: Reichweite erhöhen, Interaktion mit der Zielgruppe stärken, Präsenz zeigen, Inhalte verbreiten. Speziell die Schnelligkeit der Verbreitung, zum Beispiel durch Retweeten, spielt der PR in die Hände. Mit der Twitter-Suche können laufend Unterhaltungen beobachtet werden und die PR-Agentur kann sich einschalten, wenn sie etwas für den Kunden beitragen möchte. „Ohne Geld ka Musi“ heißt es leider aber auch auf Twitter: Mit Ads oder Hashtag-Sponsoring kann man Erfolge erzielen, die organisch unerreichbar wären. Die Plattform wirbt damit, dass die Sponsoren alles selbst im Griff haben: „Sie zahlen nur, wenn Nutzer Ihrem Account folgen oder Ihren gesponserten Tweet retweeten, mit ‚Gefällt mir‘ markieren oder auf ihn antworten oder klicken.“

Produktkommunikation ist auch auf Twitter gang und gäbe, es steht jedoch die Empfehlungskultur im Vordergrund, auf Instagram läuft derzeit vergleichsweise viel bezahlte Produktwerbung über Influencer Kooperationen. Darum liegt es nahe, auf Twitter eine Art Kundenservice anzubieten. 73 Prozent der KMU-Twitter-Nutzer geben an, dass sie auf Twitter schnell auf die Anliegen ihrer Kunden reagieren können (Quelle: Twitter + DB5 „Twitter for Business Study”, 2014).

Und der Haken..?

Mit Twitter ist es wie mit allen anderen Online-Kanälen auch: Nicht jede Plattform passt zu jedem Unternehmen. Hier gilt es, vorab zu evaluieren, wo sich die Zielgruppe genau befindet und mit welcher Art von Content Unternehmen sie bestmöglich erreicht können. Um leere Kilometer und Budget einzusparen, empfiehlt sich eine punktgenaue, individuelle Strategie – und zwar bevor man einfach drauf los „zwitschert“.

Wir haben übrigens versucht, diesen Blogbeitrag in 280 Zeichen (Limit der Anschläge auf Twitter) zusammenzufassen – gar nicht so einfach, aber machbar:

Twitter ist in AT immer noch das Social Media Stiefkind – zu Unrecht! Unternehmen, traut euch & vernetzt euch. Aber vorab: Zielgruppe professionell evaluieren, Strategie festlegen, Budget & ungefähren Content planen (Spontanität lebe hoch!). #twitterbusiness #PRontwitter

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

 

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Titelbild von Sara Kurfeß bei Unsplash

 

Teresa Pichler

Teresa
Pichler


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