Homeoffice statt Hipster-Events: Wie sich Corona auf das Influencer Marketing auswirkt

07. 05. 2020

Homeoffice statt Hipster-Events: Wie sich Corona auf das Influencer Marketing auswirkt

Das Coronavirus beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. Erst einmal losgetreten, ist es kaum mehr aus den Medien wegzudenken. Auch die Kommunikation auf Social Media wird durch die aktuelle, besondere Lage stark geprägt. Besonders auf Instagram ist eine Diskussion entfacht, die, angeführt von Oli Pocher, Influencer in ein schlechtes Licht rückt. Wir haben bei Leonie-Rachel und Christl Clear nachgefragt: Wie funktioniert Influencer Marketing in Zeiten von Corona?

Die aktuelle und außergewöhnliche Lage hat Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens, sowohl privat als auch beruflich. Da überrascht es nicht, dass auch das Influencer Marketing mit einer veränderten Realität kämpft. Veranstaltungen, Eröffnungen, Produkt-Events werden abgesagt oder verschoben. Viele der geplanten Kooperationen müssen daher auf Eis gelegt werden. Die Auftragslage ist derzeit bescheiden, aber nicht komplett hoffnungslos. Für Christl Clear, eine erfolgreiche Wiener Influencerin, gilt das genauso. Obwohl viele Kooperationen weggefallen sind, gibt es nach wie vor einige Aufträge von Kunden. Durchaus positiv bewertet Christl die Kommunikation mit ihren Kooperationspartnern. Sie habe das Gefühl, dass die Zusammenarbeit mit den Unternehmen viel intensiver und persönlicher geworden sei. Man spreche sich genauer ab und die Ansprechpersonen verstehen besser, warum sie gewisse Aufträge nicht machen möchte. „Ich habe für mich selbst beschlossen, dass ich gewisse Dinge während der Isolation nicht bewerben möchte, um negative Reaktionen zu vermeiden“, so Christl Clear.

 

Zwischen Empathie und Werbung

Storytelling funktioniert in Zeiten von Corona anders. Das unterstreicht auch Leonie-Rachel, eine bekannte Influencern aus Wien, die sich von Anfang an sehr stark mit dem Thema Corona und dem Zuhause sein beschäftigt hat. „Viele meiner Postings handeln von der aktuellen Lage, ich versuche es aber positiv aufzuarbeiten, indem ich Tipps gebe, was man machen kann. Sei es, was die mentale Stärke betrifft als auch die Ablenkung, wenn einem zuhause fad wird.“ Es wird deutlich, dass sich Unternehmen und Instagrammer, Blogger sowie Content Creators mehr denn je mit ihren Inhalten auseinandersetzen und genau überlegen, was und wie sie mit ihren Followern kommunizieren.

Einige Umfragen* haben gezeigt, dass die Akzeptanz für „Sponsored Postings“ generell hoch ist. Dieser Meinung ist auch Christl Clear, denn die anfängliche Skepsis bezüglich Werbepostings habe sich etwas gelegt. Mittlerweile seien die Follower über etwas Ablenkung ganz froh. Auch österreichische Kleinunternehmen oder Institutionen, die besonders getroffen wurden, werden durch Aufrufe zum regionalen Shopping oder zum Spenden unterstützt. Für Influencer gilt, ihre Kreativität zu nutzen. Sie haben den Vorteil, dass sie mit wenig Equipment hochwertigen Content von zu Hause aus produzieren können. Während ganze Betriebe stillgelegt wurden, sind Influencer weiterhin gefragt und eine gute Unterstützung für die Unternehmens- bzw. Markenkommunikation.

 

Oli Pocher: Instagram-Feldzug gegen Influencer

Während sich einige in Isolation mit neuen Workouts oder Kochrezepten beschäftigten, nutzte der Deutsche Comedian Oliver Pocher stattdessen die Zeit, um Influencer zu „entlarven“, die weniger sensibel mit der aktuellen Lage umgehen (z.B. eine deutsche Influencerin, die trotz Ausgangsbeschränkung ins Nagelstudio fährt). Die Reaktionen sind unterschiedlich: Einerseits unterstützen Follower seine Wutrede gegen unsinnige Produktwerbungen, andererseits bringt ihm das „Bashing“ auch viel Kritik ein. Aus österreichischer Sicht bezieht Christl dazu Stellung und stellt klar, dass sie seine Äußerungen teilweise gut nachvollziehen kann, aber das Ganze durchaus auch mit Humor zu sehen ist. „Natürlich schießt er in alter Pocher-Manier über’s Ziel hinaus, aber das muss er eben machen, um relevant zu bleiben. So wie damals mit der Wendler-Fehde, die am Ende dazu geführt hat, dass die beiden sich mögen. Schauen wir mal, wo dieser Hype ihn hinführt…“

 

Richtige Content-Strategie und Kreativität nutzen

Doch wie belebt man das Instagram Profil, wenn man statt auf den angesagtesten Events im Homeoffice auf der eigenen Couch sitzt? Die Antwort: In dem man neue Plattformen ausprobiert. Die aktuelle Entwicklung bringt nicht nur Risiken und Umsatzeinbußen mit sich, sondern auch neue Themenfelder und Chancen. So interessierten sich innerhalb kürzester Zeit viele Menschen für die Plattform TikTok, darunter auch Christl Clear, die TikTok ausprobiert und lieben gelernt hat. „Und Instagram Live habe ich auch für mich entdeckt. Während ich vor der Isolation nicht einmal mit dem Gedanken gespielt hätte das zu nutzen, war ich in der vergangenen Woche sehr oft live unterwegs. Die Stimmung ist anders – intimer und es ist ein witziger Weg mit der Community zu kommunizieren.“

Christl Clear und Leonie-Rachel setzen in ihren Postings auf Ehrlichkeit und Menschlichkeit und wählen ihre Kooperationen sorgfältig aus, passend zur Situation. „Wir wollen Home-Workouts machen, gutes Essen, uns Gutes tun und uns verwöhnen – das beginnt bei der Hautpflege und geht hin bis zum Sexspielzeug. Alle Produkte, die dies unterstützen, sind aus meiner Sicht zu bewerben“, so Leonie-Rachel. Viele ihrer Kooperationen handeln von Produkten, die auch online erhältlich sind. Es sei wichtig, weiterhin die Krise nicht auszublenden, aber auch eine gewisse Normalität wieder aufleben zu lassen. Denn das würde laut Leonie-Rachel helfen, diese Zeit mental gut zu überstehen.

 

*Quellen:
https://onlinemarketing.de/news/influencer-marketing-datenanalyse
https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/influencer-marketing-werbe-akzeptanz-auf-instagram-nimmt-deutlich-zu-180226

 

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Nicole Komann

Nicole
Komann


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