ikp Corona-Studie: Von Helden & schwarzen Schafen

02. 06. 2020

ikp Corona-Studie: Von Helden & schwarzen Schafen

Ärzte als Helden, Konzerne als schwarze Schafe? Das Corona-Imagekarussell dreht sich schnell – wie Sie Ihre Reputation schützen, lesen Sie hier.

Die Medien und sozialen Netzwerke gehen über mit beängstigenden Zahlen zu Arbeitslosigkeit, Umsatzeinbußen, Negativprognosen und Betriebsschließungen. Doch wie schätzen Österreicher als Privatpersonen die eigene und gesamtwirtschaftliche Lage ein? Zwei Drittel (65%) der in der Studie von ikp und TripleM befragten über 1.000 Österreicher gehen von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation „der ÖsterreicherInnen“ aus, nur drei von hundert erwarten eine Verbesserung ihrer persönlichen Situation.

 

Gewinner und Verlierer – die Krise bringt beides hervor

Fast neun von zehn Österreicher (85%) denken in Zusammenhang mit COVID-19 eher an Verlierer, allen voran an die Kleinstunternehmen, die ihre Lebensgrundlage verlieren, und die Gastronomie. Doch es gibt auch Positivbeispiele: Immerhin fast zwei Drittel der Österreicher gehen davon aus, dass Corona auch Gewinner hervorbringt. 60 Prozent der Befragten glauben daran, vor allem in den Bereichen Apotheken, Telekom-Unternehmen, Lebensmittelhandel und Energieversorger.

„Aus Sicht der Österreicherinnen und Österreicher gibt es in dieser Krise weit mehr Verlierer als Gewinner. Das zeigt, welch düsteres Bild diese Krise nach mehreren Wochen andauernden Lockdowns im April schon in den Köpfen gezeichnet hat“, berichtet Studienleiterin Christina Matzka von TripleM Markt- und Meinungsforschung, die die Umfrage durchgeführt hat.

 

Ärzte als Helden, Großunternehmen als schwarze Schafe

Wer sind nun die Positivbeispiele, die Hoffnung geben können? Bei der offenen Nachfrage werden als Helden vor allem Ärzte (66%) und das Pflegepersonal (64%) verstanden, mit Abstand gefolgt von Verkaufspersonal im Handel (26%) sowie Rettung/Polizei (22%). Als schwarze Schafe werden undifferenziert alle „Abzocker, Gewinnler“ (29%), aber auch Großunternehmen (26%) gesehen. Platz 3 im negativen Bereich geht mit 21 Prozent der Nennungen an Personen, die sich nicht an die Vorschriften halten. Die Gemütslage betreffend Politik ist ambivalent: Während spontan sechs Prozent Politiker als Helden nennen, halten zehn Prozent „die Politik“ und vier Prozent die Regierung für ein schwarzes Schaf.

 

Spar und Hofer beliebt, REWE und AUA negativ konnotiert

Die ungestützte Frage, von welchen Unternehmen man während des Lockdowns Positives oder Negatives gehört hätte, dominiert der Lebensmittelhandel: Während die Handelsketten Spar (11%) und Hofer (7%) positiv auffielen, wurde das Verkaufen der Schutzmasken der REWE-Group als positiv gemeinte Initiative von sieben Prozent negativ bewertet. Ebenso weit vorne bei den expliziten negativen Namensnennungen mit vier Prozent steht die AUA, was sich durch die hohen Forderungen nach Steuergeld für ein Unternehmen im Besitz der deutschen Lufthansa erklären lässt.

 

Das Corona-Imagekarussell bremsen

Corona kann rasch zu Reputationsschäden führen, auch wenn Aktionen gut gemeint sind. Die Menschen sind stark sensibilisiert und emotional, da einfach jeder direkt betroffen ist. Für die Kommunikation ist das eine schwierige Situation, da eine positive oder neutrale Bewertung von heute schon morgen in eine negative abrutschen kann. Was immer wir in guter Absicht kommunizieren, kann schnell zur Provokation geschädigter Gruppen werden. Wer selbst um seine Existenz kämpft oder Familientragödien miterlebt, bewertet Nachrichten über einzelne Protagonisten aus Wirtschaft und Politik subjektiv stark gefärbt. Da fliegen einem Forderungen nach Steuergeld zur Rettung von Arbeitsplätzen oder gut gemeinte Initiativen jeglicher Art ganz schnell um die Ohren – es gilt, mit Fingerspitzengefühl und absoluter Ehrlichkeit zu kommunizieren.

Wir empfehlen Unternehmen und Organisationen, dem Beispiel von Qualitätsmedien zu folgen und die Menschen mit sachlicher Information transparent aufzuklären, intern genauso wie extern. Emotional aufgeladene Statements, Skandalisierungsmechanismen oder reißerische Schlagzeilen haben in einer Krisensituation nichts verloren und tragen nichts zu einer positiven, glaubwürdigen und vertrauenswürdigen Reputation bei, weder als Arbeitgeber noch als Marke. So schaffen wie es gemeinsam, ein hoffnungsvolleres Bild der Zukunft zu zeichnen und Verunsicherungsmechanismen entgegen zu wirken.

 

Eckdaten zur Studie

  • Thema: Kommunikation und Information zur Corona-Situation in Österreich
  • Zielgruppe: Österreichische Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren
  • Stichprobe: n=1.007 Interviews, Quoten auf Geschlecht, Alter, Bildung und Bundesland
  • Methode: Online- Befragung anhand des Bilendi-Panels
  • Sicherheit der Ergebnisse (max. Schwankungsbreite): +/- 3,2%
  • Erhebungszeitraum: 09. April bis 16. April 2020
  • Durchführendes Institut: TripleM Matzka Markt- und Meinungsforschung KG
  • Studienleitung: Christina Matzka

 

Zur Umfrage und Stichprobe

  • Von 09. bis 16. April wurden insgesamt 1.007 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren zum Thema Kommunikation und Information zur Corona-Situation online befragt.
  • 54% der Befragten sind berufstätig:
    • 23% sind wie bisher im Job, 9% arbeiten ihre gesamte Arbeitszeit im Homeoffice, 3% sind selbständig.
    • 12% sind in Kurzarbeit (entweder am Arbeitsplatz oder im Homeoffice)
    • Die restlichen 7% sind im Urlaub, freigestellt oder in Sonderbetreuungszeit.
  • Von den 44% nicht Berufstätigen sind:
    • 12% arbeitssuchend, davon über die Hälfte (58%) erst aufgrund der Corona Krise, mit einem Peak bei den 30-50-Jährigen.
    • 19% in Pension, 5% im Haushalt/in Karenz
    • 8% in Ausbildung

 

Teil 1 der Studie können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen. Alle Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie hier: MM_182_ikp_Corona_Bericht_20200430

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

 

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Titelbild von FOYN bei Unsplash


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