Ist Amazon die neue Supermacht in der Kommunikation?

Symbol audio 25. 06. 2019

Ist Amazon die neue Supermacht in der Kommunikation?

Amazon ist längst mehr als ein E-Commerce-Gigant. Als täglicher Media- und Entertainment-Begleiter bietet Amazon seinen Kunden heute ein Komplettprogramm an Unterhaltung. Selbstverständlich nutzen Marken diese gigantische Reichweite für die Verbreitung ihrer Botschaften. Was das für die Werbebranche bedeutet und dass vor allem die bekannten Marken profitieren, berichtet uns Dominic Köfner, Geschäftsführer von Serviceplan Austria, im Audio-Interview.

Während Google und Facebook in erster Linie Werbekanäle sind, bietet Amazon Werbeplattform und E-Commerce Shop in einem Service an. Das heißt: User werden mit Werbebotschaften erreicht, während sie im Kauf-Modus sind. Diese Integration von der Unternehmenskommunikation in den Verkaufskanal führt gemeinsam mit der sehr großen Reichweite von Amazon zu einer überlegenen Performance von Werbekampagnen.

Vormachtstellung zum eigenen Nutzen

Da nur wenige Marken es sich leisten können, nicht über Amazon zu verkaufen, konnte sich das Unternehmen von Jeff Bezoz eine besondere Stellung erarbeiten – und einen entscheidenden Vorteil gegenüber Google und Facebook ausspielen. Als Teil der Margenverhandlungen mit über Amazon verkauften Marken verhandelt Amazon wahnwitzige Media-Pakete und erhält so bedeutende Anteile an den Werbebudget-Töpfen. Obwohl Google und Facebook aktuell noch die bedeutenderen Margen im Werbegeschäft behaupten, wird Amazon in diesem Bereich ein gigantisches Wachstum prognostiziert.

Smart Home Systeme als Werbeträger

Amazon ist längst in die privaten Bereiche seiner Kunden vorgedrungen, wie die Verkaufszahlen der Smarthome Systeme „Alexa“ deutlich zeigen. Selbstverständlich dimmt Alexa nicht nur auf Wunsch das Licht oder spielt Musikwünsche ab, sondern nimmt auch Kaufbefehle entgegen – und gibt sogar Empfehlungen ab: Warum nicht ein Waschmittel von „Persil“ probieren oder einen Flug mit „Austrian Airlines“ buchen? Allerdings profitieren vor allem starke Marken, weil der Konsument eben eine Kiste „Coca Cola“ bestellt und nicht „ein koffeinhaltiges Kaltgetränk“. Für Werbetreibende erschließt sich mit Alexa ein direkter Kontakt zum Konsumenten, der allerdings nur über Amazon funktioniert.

Die Großen bleiben groß

Das Kräftemessen mit den Giganten der Werbebranche geht nicht spurenlos an Agenturen vorbei, wenn auch eher zu Lasten der kleinen. „Einer Agentur wie Serviceplan kommen diese Entwicklungen natürlich entgegen. Wir haben die notwendigen Ressourcen und das Know-how, um unsere Kunden in diesem stark wachsenden Segment des Retail Marketing, wie z.B. der Plattform Amazon, erfolgreich zu unterstützen. Für kleinere Agenturen wird das zunehmend schwierig, da sie die notwendige Innovationskraft, die oft auch an den Ressourcen scheitert, nicht mehr aufbringen können“, so Dominic Köfner. Damit setzt sich ein allgemeiner Trend der Kommunikationsbranche fort: Die großen Player bekommen immer mehr vom Kuchen, während die Kleinen kämpfen müssen.

Shownotes:

Dominic Köfner, Geschäftsführer von Serviceplan Austria, im Interview über aktuelle Herausforderungen, relevante Trends, erfolgreiche Kampagnen und was Amazon für die Werbebranche bedeutet.

00:12: Mit welchen Herausforderungen kämpft die Branche momentan?
02:50: Was macht Serviceplan, um gegen Amazon konkurrenzfähig zu bleiben?
04:26: Programmatic Advertising: Leidet die persönliche Kundenbeziehung darunter?
06:16: Welche Content Kanäle sind am relevantesten?
08:51: Serviceplan verheiratet Siri und Alexa: Wie kam es dazu?
10:51: Auf welche Kampagnen und Stunts ist Dominic noch stolz?
12:35: Muss Werbung gesellschaftliche Trends aufgreifen, um erfolgreich zu sein?

Titelbild von Daniel Eledut bei Unsplash.


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