Kommunikation in 30 Sekunden

23. 06. 2021

Kommunikation in 30 Sekunden

Kommunikation ist dem stetigen Wandel unterworfen: Wurden Pressemitteilungen vor einigen Jahren noch per Fax verschickt, haben längst E-Mail und cloudbasierte Lösungen ihm den Rang abgelaufen. Heute sind Plattformen wie TikTok und Features wie Instagram-Reels aus der modernen Kommunikation nicht mehr wegzudenken – in ihnen schlummert enormes Potenzial.

 

Zweimal mit den Händen auf die Oberschenkel klopfen, einmal klatschen und das mehrmals nacheinander. Nochmal! Haben Sie die Melodie erkannt? Natürlich handelt es sich um den Kultsong „We Will Rock You“ von Queen. Wenn sich beim Lesen dieser Zeilen schon Emotionen ergeben oder bestimmte Erinnerungen aufpoppen, ist das Phänomen der Reels und TikToks bereits erklärt. Denn sie arbeiten mit Emotionen, leben von Musik und einer zeitgemäßen Aufmachung.

 

Nur acht Sekunden

Der Goldfisch hat uns Menschen überholt – zumindest was die Aufmerksamkeitsspanne betrifft. Eine Studie von Microsoft Kanada[1] belegte das bereits 2015. Goldfische können sich neun Sekunden auf eine Sache konzentrieren – wir Menschen nur mehr acht, außer wenn uns ein Thema bewegt. Schuld daran sind die vielen Reize und Einflüsse, denen wir permanent ausgesetzt sind. Es müssen also „snackbare“ Inhalte her, die in den ersten Sekunden unsere Aufmerksamkeit erregen oder nützlich für uns sind.

 

TikTok what?

Wo finden wir „snackbare“ Inhalte? Natürlich auf Social Media. Die Kanäle sind darauf ausgelegt, uns zu unterhalten und zu informieren. Neuartige Tools wie die TikTok machen das mit 15-Sekunden-Clips. Die mit dem Handy gedrehten und mit Musik unterlegten Videos sind prall gefüllt mit Tanzmoves, Rezepten und vermitteln ganz nebenbei Botschaften und Wissen. So erfahren wir z.B. in Sekunden, wie wir uns vor dem Corona-Virus schützen. Gerade bei Kindern im Alter zwischen vier und 15 Jahren erfreut sich die chinesische App großer Beliebtheit. Sie verbringen laut einem Bericht von Qudstodio[2] rund 80 Minuten täglich auf TikTok.

So funktioniert die Plattform: Die User*innen gelangen über einen Klick zu den Kurzfilmen, tauchen in eine eigene Welt ein und entdecken Inhalte von Content-Creators (Influencer*innen, Unternehmen, Privatpersonen), denen sie nicht folgen. Die Plattform bietet somit eine Spielwiese an großen Chance, mit attraktiven Inhalten neue Follower*innen und somit potenzielle Kund*innen zu gewinnen.

 

Phänomen Instagram-Reels

Der Hype, den TikTok seit 2018 auslöst, ist auch der Facebook-Tochter Instagram nicht verborgen geblieben. Den Anfang machten die Storys. Mit der neuen Funktion Reels, wie die Kurzvideos genannt werden, zog Insta nach. Aber was unterscheiden Instagram-Reels vom großen Vorbild? Die Clips sind zwischen 15 und 30 Sekunden lang, lassen sich mit Musik der App-eigenen Bibliothek untermalen und bieten Features wie Filter und Einblendungen. Also genau wie auf TikTok. Reels haben jedoch einen entscheidenden Vorteil: den Kanal. Instagram bietet seinen Nutzer*innen die Möglichkeit, auf ihrer geliebten App zu bleiben – ein Pluspunkt für Unternehmen.

Um die Chance der Shortclips nicht zu verpassen, gilt es einige Regeln zu befolgen: Der Look eines selbstgedrehten Videos soll beibehalten und alle Features genutzt werden. Auf Trends, die von alleine entstehen, muss nur mehr aufgesprungen werden. Die Beiträge müssen zum Unternehmen, zum Produkt und zur Zielgruppe passen, denn Authentizität ist Trumpf!

 

Hype oder Hip?

Genügen Postings und Storys nicht mehr? Die Plattformen und deren Features bieten auf jeden Fall die Chance mit emotionalen und dynamischen Clips die Digital Natives anzusprechen: Mit der Macht der Musik und dem Unterbewusstsein ist es möglich, ihnen in ihrer vertrauten Umgebung – auf Augenhöhe – zu begegnen. Oder um es mit Queen zu sagen: We Will Rock You!

 

[1] https://onlinemarketing.de/unternehmensrichtlinien/aufmerksamkeit-goldfisch-mythos
https://www.marketingimpott.de/blog/generation-goldfisch-der-verlust-der-aufmerksamkeitsspanne/
[2] https://t3n.de/news/kinder-verbringen-taeglich-80-1288824/
Qudstodio: https://qweb.cdn.prismic.io/qweb/e59c2e0f-ef4f-4598-b330-10c430e2ec71_Qustodio+2020+Annual+Report+on+Children%27s+Digital+Habits.pdf

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

Madlen Dürr

Madlen
Dürr


Weitere Neuigkeiten

„Sei mutig, bleib unbeugsam!“ – Corinna Milborn im ikp-Interview

„Sei mutig, bleib unbeugsam!“ – Corinna Milborn im ikp-Interview

13. 07. 2021

Die Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Info-Chefin von ProSieben.Sat1.PULS4 spricht im Interview über das, was es für Gleichberechtigung wirklich braucht.

mehr lesen
Fall nicht ins Sommerloch

Fall nicht ins Sommerloch

01. 07. 2021

„In the summertime, when the weather is high“… Der Sommer kann wunderschön sein. Sogar dem berühmten Sommerloch ist einiges abzugewinnen – wenn man es ...

mehr lesen
Der CO2-Foodprint auf dem Teller

Der CO2-Foodprint auf dem Teller

24. 06. 2021

Verbraucher*innen wünschen sich Lebensmittel von Herstellern, die verantwortungsvoll agieren. Und zwar entlang der gesamten Produktionskette.

mehr lesen
TikTok und die Modebranche – a perfect match

TikTok und die Modebranche – a perfect match

22. 06. 2021

Kurzvideos werden auch gern in der Fashion Branche genutzt. So auch im Designer Outlet Parndorf, das voll und ganz auf TikTok angekommen ist!

mehr lesen
„Pinkwashing“ – Wie Unternehmen die Pridebewegung für Marketingzwecke nutzen

„Pinkwashing“ – Wie Unternehmen die Pridebewegung für Marketingzwecke nutzen

15. 06. 2021

Während viele Unternehmen den Pride-Monat nutzen, um öffentlich Haltung für die LGBTQ+ zu zeigen, wird er von zu vielen zur Selbstdarstellung missbraucht.

mehr lesen
Letzte Ruhe und Nachhaltigkeit verbinden

Letzte Ruhe und Nachhaltigkeit verbinden

14. 06. 2021

paxnatura ist ein Wegbereiter der Naturbestattung in Österreich und setzt in der Kommunikation auf Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit.

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo