Kommunikations-Leistung der HR in Krisenzeiten

23. 08. 2020

Kommunikations-Leistung der HR in Krisenzeiten

Eine offene, sachliche Kommunikation hilft gerade in Krisenzeiten, den Ruf des Unternehmens zu schützen – hier ist die HR gefordert.

Keine Krise der vergangenen Jahre verlangte von Unternehmen so viel Flexibilität, Kreativität und Mut, wie die COVID-19-Krise. Durch die Pandemie ändern sich die Rahmenbedingungen und die organisatorischen Anforderungen laufend, die Zukunft ist ungewisser denn je. Für den HR-Bereich heißt das: sich ständig auf dem neuesten Stand bringen, entscheiden und kommunizieren.

Zusammenarbeit mit der HR ist essenziell

Krisenerschütterte Unternehmen erleben dieser Tage, wie wertvoll eine gute Zusammenarbeit mit ihren Personalerinnen und Personalern ist. „Selbst in Unternehmen, in denen das Kürzel ‚HR‘ zuletzt nur fragendes/ratloses Stirnrunzeln verursachte, kommen jetzt Firmeneigentümer oder Geschäftsführer höchstpersönlich vorbei, um Rat zu suchen, wie es weitergehen soll“, beschreibt der HR-Manager Michael Pichler, der selbst große Restrukturierungsprozesse begleitet hat, gegenüber der Tageszeitung Die Presse. HR-lerinnen und HR-ler sind gerade in Krisenzeiten stark gefordert und müssen zeigen, was sie können: Das beginnt bei der Abwicklung der Kurzarbeit, den laufenden Abtimmungen mit der Geschäftsleitung und endet bei der Planung, Begleitung und Umsetzung von Veränderungsprozessen. Ihr Know-how und ihre Beratung sind die Basis für viele große Entscheidungen der Geschäftsleitung. Sie hinterfragen bestehende Abläufe, identifizieren Schlüsselstellen, suchen nach passenden Karrierewegen und erstellen nicht zuletzt Sozial- und Abfindungspläne.

In den Ruf des Unternehmens investieren

Dass dieser Tage Geschäftsführer Kommunikation häufiger auch als Investition ins Firmenimage verstehen, hat mehrere Gründe: Der wertschätzende, offene Umgang mit der Belegschaft ist nicht nur aus menschlicher Sicht richtig, er schützt letztendlich auch den Ruf des Unternehmens. Denn gerade während unsicherer Zeiten ist es von großer Bedeutung, dass alle die essenziellen Vorgänge verstehen, sich abgeholt und involviert fühlen. Die HR begleitet die Geschäftsleitung einerseits bei Entscheidungen auf der Metaebene, andererseits muss sie aber auch auf der Mikroebene, also mit den Mitarbeitenden, handeln und kommunizieren – ein Spagat, der nicht immer leichtfällt.

Dem „Flurfunk“ entgegenwirken

HR-lerinnen und HR-ler sind wichtige Botschafter, nach innen wie außen. Zu ihrer Aufgabe gehört es auch, Multiplikatoren zu identifizieren, diese miteinzubeziehen und auch Gerüchten – also dem „Flurfunk“ – entgegenzuwirken. Indem sie vor, während und nach einer Krise für eine aktive Kommunikation sorgen, können sie wesentlich dazu beitragen, die Motivation in den Teams zu erhalten oder sogar à la „jetzt erst recht“ anzufeuern – trotz einschneidender Veränderungen. Anfangs reicht es, Unklarheiten zu beseitigen und auf Fragen möglichst rasch und offen zu antworten. Das geht auch mit wenigen Fakten. Wichtig ist, dass das Unternehmen den ersten Schritt von sich aus setzt und die Themenführerschaft behält.

Durchdachte Kommunikation statt Schockstarre

Kommt es zu Kündigungen bzw. massiven Umstrukturierungen im Betrieb, ist noch mehr Fingerspitzengefühl gefordert. Wenn es nach dem Durchsickern solcher Informationen auf Fragen keine Antworten gibt, verfällt ein Unternehmen allzu leicht in eine „Schockstarre“, in der sämtliches Handeln unmöglich ist oder gerät auch extern in Verruf. Der eigenen Belegschaft Sicherheit geben können Unternehmen nur dann, wenn sie klar kommunizieren und alle entsprechend einbinden – und das schnellstmöglich. Für HR-lerinnen und HR-ler heißt das: offen kommunizieren, sachlich nüchtern und unaufgeregt arbeiten, aber dennoch unterschiedliche Meinungen und Ansätze zulassen.

Transparenz bringt Akzeptanz

Das Kommunikationsverhalten ist für den Ruf einer Organisation essenziell. Was eine professionelle interne Kommunikation allerdings bis heute nicht kann, ist, negative Entscheidungen in positive umzuwandeln. Durch das Schaffen von Transparenz kann sie bei den Mitarbeitenden aber für mehr Verständnis sorgen und dadurch die Akzeptanz der „schlechten Nachrichten“ erhöhen. Verständlich aufbereitete, sachliche Informationen sorgen dafür, dass die Emotionen nicht überschwappen und sich alle ernstgenommen fühlen. So bleibt auch das System stabil und weiter handlungsfähig. Die einen setzen zur Prozessbegleitung auf die eigenen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, andere holen sich zur Bestimmung der Strategie oder zur Ausarbeitung konkreter Botschaften professionelle Unterstützung einer PR-Agentur ins Haus. Beides ist gut, wichtig ist nur, dass die Information fließt und Botschaften auch tatsächlich von allen verstanden werden.

 

Photo by Antenna on Unsplash

Wanda Mikulec-Schwarz

Wanda
Mikulec-Schwarz


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