Magazin-Macherei – „look and feel“ sind bei Print entscheidend

10. 12. 2018

Magazin-Macherei – „look and feel“ sind bei Print entscheidend

Von Publikumszeitschriften, die sich in General- und Special-Interest einteilen lassen, über Fachzeitschriften bis hin zu Corporate Publishing haben leseaffine Zielgruppen die Qual der Wahl im bunten Cover-Mix. Hinzu kommt, dass es immer mehr Magazine auch im Web gibt, sei es als Online-Magazin oder E-Paper. Doch was bewegt Leser dazu, trotzdem Print-Magazine zu kaufen, in die Hand zu nehmen und sie durchzublättern? In der Frage liegt bereits die Antwort: Ähnlich wie bei Büchern spielt neben dem Inhalt auch das „Look & Feel“ eine entscheidende Rolle.

Über innere und äußere Werte

Ein E-Reader mag auf Fernreisen praktisch sein, Artikel überfliegt man auf dem Weg zur Arbeit am Smartphone und in der Mittagspause scannt man die Schlagzeilen der Online-Tageszeitungen. Doch für manche geht nichts über die neueste Print-Ausgabe ihres Lieblingsmagazins. Dafür nimmt man sich auch gerne mehr und bewusst Zeit, genießt das händische Umblättern, faltet die Seite, bei der man stehen geblieben ist, um die Lektüre an einem anderen Zeitpunkt wieder aufzunehmen. Noch Unentschlossene schmökern durch ein weitläufiges Magazin-Regal. Sie inspizieren die Cover, lassen sich vom Layout ansprechen (oder auch abschrecken), studieren Bilder und Titel. Wie bei jeder Beziehung kann hier der erste Eindruck über Sympathie und Interesse entscheiden. Und letztendlich auch über den Kauf entscheiden.

Ein Magazin, unendliche Möglichkeiten und Herausforderungen

Die Auswahl ist also groß, der Markt übersättigt, potentielle Kunden sind wählerisch und werden täglich vom Angebot umworben. Wie bei jedem Produkt, Dienstleistung und Marke muss sich auch ein Magazin von seinen Mitbewerbern abheben, wenn es gelesen werden will. Allein optisch gibt es vor allem bei Print-Produkten unendliche Möglichkeiten aufzufallen. Bereits die Wahl des Formats wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Ästhetische Ansprüche müssen mit der jeweiligen Zielgruppe, den technischen Voraussetzungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgewogen werden. Geht man rein von der Optik aus, kann bereits ein Format in speziellen Fällen Interesse wecken. So sticht etwa ein Fachmagazin im großen Zeitungsformat unter zahlreichen sich ähnelnden A4-Größen heraus. Diese haben wiederum den Vorteil, dass sie gut in der Hand liegen und das Umblättern leichter fällt. Es gibt unendlich viele Faktoren, die dabei mitspielen.

Die Macht des Covers

Das Motto „Don’t judge a book by it’s cover“ auf die Magazin-Welt umzulegen, gelingt nur bedingt. Denn neben dem Format entscheidet vor allem das Cover über den ersten Eindruck. Besonders bei Lifestyle-Magazinen spielen die optische Gestaltung und Haptik wichtige Rollen. Von Papierwahl über Stärke, Prägungen, Lackierungen und Stanzungen sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Wie weit man sich hier austoben kann, ist letztendlich aber eine Kostenfrage. Und die wird nicht nur von ästhetischen Wünschen beeinflusst, sondern definiert sich bereits beim Gewicht jeder Ausgabe.

Zielgruppe und Auftraggeber

Neben diesen Rahmenbedingungen muss  auch auf den Auftraggeber und die Zielgruppe des Magazins Rücksicht genommen werden – und das bei Format, Layout, Cover und natürlich den Inhalten. Das Kundenmagazin für Architekten weckt mit puristischem Layout, cleaner Schriftart und samtigen Touch Interesse. Es überzeugt seine Leserschaft im Inneren mit Projektberichten und Interviews mit schönen Bildstrecken. Das Mitarbeitermagazin des mittelständischen Betriebs hingegen setzt auf viel Text auf wenig Raum, kleinere News und Unternehmensinfos und auch die Fotosujets sind auf diese Ansprüche abgestimmt. Bei der Entscheidung für das Papier und Format wird auf Wirtschaftlichkeit gesetzt. Ein Modemagazin hat wiederum ganz andere Anforderungen. Das Cover und die Titel müssen zum Kauf anregen, es gibt viele Mitbewerber, die Finanzierung über Werbung spielt eine maßgebliche Rolle, eigenproduzierte Fotostrecken und Inhalte müssen sich abheben. So groß wie die Auswahl an Magazinen, sind auch ihre unterschiedlichen Anforderungen. Wer ein neues Magazin ins Leben ruft oder das bisherige einem Relaunch unterziehen will, sollte sich auf jeden Fall auch von anderen Branchen und Zielgruppen inspirieren lassen. Denn auch so kann man sich abheben. Titelbild und Fotogalerie: (c) ikp
Katharina Kutsche

Katharina
Kutsche


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