Newsjacking – surfen auf der Newswelle

23. 03. 2020

Newsjacking – surfen auf der Newswelle

Wie können aktuelle Nachrichten für die Unternehmenskommunikation genutzt werden? – Durch Newsjacking.

Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben sind seit Jahresbeginn das dominierende Thema in den Medien. Die österreichische Regierung rät zur Telearbeit, um die weitere Verbreitung einzudämmen. ikp Kunde Trend Micro nutzte beispielsweise das große Interesse an dem Thema zu einem frühen Zeitpunkt und gab in der Kronen Zeitung wichtige Tipps für mehr Sicherheit im Homeoffice.

Newsjacking setzt sich aus den Worten „news“ – Nachrichten und „hijacking“ – entführen zusammen. „News“ zu „hijacken“ bedeutet, dass Nachrichten oder Ereignisse durch Botschaften eines Unternehmens vereinnahmt werden. Mit dieser Form des Content-Marketings zielen Unternehmen darauf ab Aufmerksamkeit auf die eigenen Inhalte und Kanäle zu leiten.

 

Surfen auf der Newswelle – Anlässe für Newsjacking

Für Newsjacking können aktuelle Nachrichten und Ereignisse aus aller Welt genutzt werden. Wichtig ist, dass es sich um News handelt, die großes Interesse wecken, für längere Zeit in den Medien präsent sind und zum Unternehmen passen. Es gibt zwei Arten von Anlässen: aktuelle, unvorhersehbare Ereignisse, wie tagesaktuelle Nachrichten und plötzliche Ereignisse. Und regelmäßig stattfindende, planbare Ereignisse, wie Weltmeisterschaften, Feiertage und beliebte Serien und Filme. Dabei ist zu beachten, dass internationale Themen zwar mehr Aufmerksamkeit erzielen, aber auch schwerer zu besetzten sind. Regionale Themen erreichen insgesamt weniger Menschen, dafür aber die Zielgruppe also potenzielle Kunden.

 

How-To  

Beim Newsjacking geht es vor allem um Schnelligkeit und Kreativität. Hier die wichtigsten Schritte für erfolgreiches Newsjacking:

  • Immer up-to-date: Das schnelle Erkennen der „richtigen“ Nachricht ist ausschlaggebend. Um zeitnah über alle relevanten Vorkommnisse informiert zu sein, bieten sich Monitoring-Tools, wie Google- und Talkwalker Alerts an, die automatisch informieren, wenn bestimmte Keywords online auftauchen.
  • Erst denken, dann handeln: Auch wenn Schnelligkeit ein entscheidender Faktor ist, darf nicht übereilt gehandelt werden. Erscheint ein Ereignis passend, müssen die vorhandenen Informationen gesichtet werden: Wer ist die Quelle des Ereignisses? Wie wurde bisher darüber berichtet? Danach muss eine glaubwürdige Verbindung zum Unternehmen gefunden werden. Ansonsten wird das Newsjacking als unpassend oder störend wahrgenommen und wirkt sich negativ auf die Reputation des Unternehmens aus.
  • Content-Produktion: Anschließend muss passender Content produziert werden. Dieser sollte originell, witzig oder besonders informativ sein, um einen Mehrwert zu bieten. Zudem müssen die häufigsten Keywords, Formulierungen und Hashtags identifiziert und in den Content integriert werden. Journalisten interessieren sich vor allem für Hintergrundinformationen und neue Sichtweisen.
  • Aufmerksamkeit erregen: Der letzte Schritt besteht darin, den Content zu veröffentlichen. Für eine besonders schnelle Verbreitung eignen sich Websites und Social Media-Kanäle. Der direkte Kontakt zu Journalisten trägt dazu bei, dass Informationen übernommen und professionell aufbereitet werden.
  • Evaluierung: Solange das genutzte Thema in den Medien aktuell ist, sollte es auch verfolgt werden. Und auch das eigene Newsjacking muss beobachtet und betreut werden – um einzugreifen und Rückschlüssen ziehen zu können.

 

Beispiele für erfolgreiches Newsjacking

„Mexit“ bei Madame Tussauds

Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit ist die Aktion des Wachsfigurenmuseums Madame Tussauds in London. Nachdem Prinz Harry und Meghan Markle bekanntgaben, ihre royalen Pflichten niederzulegen (aktuelle Nachricht) nahm das Museum dies zum Anlass, deren Wachsfiguren von der royalen Familie wegzustellen. Diese Aktion wurde von Medien weltweit aufgegriffen.

„Die Rache der Fabelwesen“ in Basel

Auch internationale Hypes wie der um Pokemon Go oder Game of Thrones können für Newsjacking genutzt werden. Der Schweizer Verband „Basel Tourismus“ drehte die Idee von Pokemon Go (unvorhersehbares Ereignis) um und dokumentierte „Die Rache“ der Fantasiewesen auf YouTube. Die Aktion erzielte über 15 Millionen Klicks und zeigt, dass sich Kreativität definitiv auszahlt.

Der Sturm auf Area 51 und Oreo

2019 waren die Sozialen Netzwerke voll mit dem Thema „Area 51 Raid“ (aktuelles Ereignis). Oreo nutzte das Interesse an dem militärisches Sperrgebiet und die Spekulation darüber, was dort im Verborgenen liegt schnell und effizient mit einem Tweet: „What flavors do you think they’re hiding in #Area51?“ Eine simple Frage, die zu großer Aufmerksamkeit und ausführlichen Diskussionen über neue Geschmacksrichtungen führte.

Fazit

Mit Newsjacking lassen sich Nachrichten nutzen, um Aufmerksamkeit auf eigene Inhalte zu lenken. Diese Maßnahme ist unaufwändig, effizient und reichweitenstark. Die Auswahl der passenden Nachricht ist mitunter herausfordernd. Doch wer aufmerksam und kreativ ist, kann Newsjacking erfolgreich für die Unternehmenskommunikation nutzen.

 

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Weiter interessante Blogbeiträge:

 

Titelbild Jeremy Bishop bei Unsplash

Infographik David Meerman Scott

Petra Meirhofer

Petra
Meirhofer


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