Not in my backyard – Bürger erheben ihre Stimme

17. 08. 2017

Not in my backyard – Bürger erheben ihre Stimme

Menschenkette, Bürgerinitiative und Unterschriftensammlungen vs. Wirtschaftswachstum

Das traditionsreiche Familienunternehmen will seinen Betrieb um eine weitere Produktionsstätte erweitern, die Seilbahngesellschaft plant eine neue Gondelbahn im Skigebiet, die überlastete Autobahn wird ausgebaut oder der ansässige Recycler eröffnet ein neues Abfallwirtschaftszentrum – schön und gut, aber bitte nicht in meiner Nachbarschaft. So oder so ähnlich könnte es aus dem Mund des mündigen Bürgers von heute klingen. Nicht nur regional, weltweit stehen Großbauprojekte unter kritischer Beobachtung der Bürgerinnen und Bürger, Veränderungen im eigenen Umfeld werden nicht billigend in Kauf genommen: Mit Protestkundgebungen, Menschenketten und Bürgerinitiativen verschaffen sie sich Gehör oder versuchen auf dem Klageweg beispielsweise einen Baubeginn zu verhindern oder einen Baustopp zu erwirken. Diese Situation stellt nicht nur die jeweiligen Projektverantwortlichen, die Verwaltung und Politik vor neue Herausforderungen, sondern auch die Kommunikatoren.

Gegenbewegungen formieren sich

Konzertiert organisierte Gegenbewegungen gegen geplante Projekte stehen im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit: Engagierte Bürger schließen sich zu Bürgerinitiativen zusammen, programmieren Websites und gründen Facebook-Gruppen, rufen Naturschutzorganisationen oder NGOs auf den Plan und die Bevölkerung auf, Unterschriftlisten zu unterzeichnen oder sich als Menschenkette zu formieren – als plakatives und eindrückliches Zeichen für ihren Unmut und Widerstand. Ist es erst einmal so weit gekommen, bleibt den oft erst zu spät zu Rate gezogenen PR-Experten nur mehr das Reagieren anstatt die Kommunikationsfäden in den eigenen Händen zu halten und aktiv zu agieren. Schadensbegrenzung sozusagen. Und die Bürgerinitiativen? Sind sie erfolgreich mit ihrem Protest? Meistens. Die Folgen: Nicht Umsetzbarkeit eines Bauvorhabens, lange zeitliche Verzögerungen, keine Inbetriebnahme. Wirtschaftliche oder infrastrukturelle Entwicklungen sind für die Zukunft nicht möglich oder werden gestoppt.

Professionelle Infrastrukturkommunikation – die Lösung?

Kann professionelle Infrastrukturkommunikation solche Konflikte zwischen Projektverantwortlichen, Politik und engagierten Bürgern vermeiden oder bereits bestehende Konflikte zu lösen? Ein Versprechen abgeben wäre verwegen, aber Fakt ist: Eine professionell aufgegleiste Projektkommunikation mit allen relevanten Zielgruppen und Stakeholdern fördert den sachlichen und faktenorientierten Dialog aller Beteiligten, die Anzahl der sogenannten „Wut-Bürger“ reduziert sich, Falschinformationen werden vermieden und Gerüchten entgegengewirkt. Sind die Kommunikatoren im ständigen Dialog mit den Projektverantwortlichen, ist eine gute Vorbereitung auf alle Konfliktpotentiale möglich und somit eine proaktive Kommunikation bzw. proaktives Handeln. Aber auch eine professionell aufgegleiste Kommunikation bei Infrastrukturprojekten ist kein Selbstläufer. Auch wer von Anfang an auf Kommunikation, den Dialog, Information und Aufklärung setzt, muss einen langen Atem haben. Nicht selten ziehen sich derartige Infrastrukturprojekte über Jahre hinweg was von den Kommunikatoren Konstanz und Kontinuität erfordert.


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