Workshops: Zielführend oder Zeitraubend?

15. 07. 2020

Workshops: Zielführend oder Zeitraubend?

Die einen schwören auf sie, die anderen halten sie für Zeitverschwendung: Workshops haben Verfechter und Gegner. Dabei können sie viel bewirken – wenn sie richtig gemacht werden und vor allem die Nacharbeit nicht vernachlässigt wird.

So mancher kennt das aus der Praxis: Ein Workshop steht an, das Team arbeitet motiviert Lösungen und Konzepte aus, am Abend geht jeder zufrieden nachhause. Auf den ersten Blick ein perfekter Workshop. Nur einige Wochen später erfolgt dann die Ernüchterung: Die Ergebnisse finden nicht ihren Weg in die Praxis, es bleibt bei leeren Worten. Kein Wunder also, dass einige Workshops für nicht mehr als Zeitverschwendung halten. Aber: So muss es nicht sein.

 

Konzentriert mit offenem Blick

Bei einem Workshop setzt sich eine kleinere Gruppe intensiv mit einem Thema auseinander. Die Teilnehmer arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin. Das ist grundsätzlich eine sehr gute Maßnahme, um sich ungebremst und intensiv mit einer Problemstellung auseinander zu setzen. Fern von der täglichen Arbeit und ihren Ablenkungen können sich die Teilnehmer voll und ganz auf die Aufgabe konzentrieren. Auch ein Zusammensein außerhalb der normalen Bürostruktur hilft, den Blick für neue Sichtweisen zu öffnen. Ein guter Workshopleiter bringt im besten Fall auch noch die nötigen Impulse für ein motiviertes Arbeiten ein.

 

Bloß nicht in die Schublade

Das abgekoppelt sein vom Alltag bringt aber auch eine Gefahr mit sich: Es wird oftmals vergessen, dass der Workshop auch seinen Weg in die Realität finden muss. So manche Konzepte wandern nämlich nach Veranstaltungsende einfach in die Schublade. Kommen sie dann lange Zeit später wieder hervor, sind sie oft überholt oder hinfällig. Es wäre ein neuer Workshop notwendig. Was kann man dagegen tun? Zunächst ist es wichtig, die Zukunft auch während des Workshops im Blick zu behalten: So sollte zum Beispiel auch ein grober Zeitplan für die Umsetzung besprochen werden. Außerdem sollten Zuständigkeiten vergeben werden. Mit einem klaren Arbeitsauftrag lässt es sich gezielter wieder in die tägliche Arbeit hineingehen.

 

Gehen wir nochmal in uns

Ein Folgetermin mit etwas Abstand zum eigentlichen Workshop kann ebenso helfen, zu sehen, wie weit die Umsetzung fortgeschritten ist und wo gegebenenfalls noch nachgebessert werden muss. Bei größeren Projekten bieten sich sogar mehrere solcher Kontrolltermine zu zuvor fixierten Zeiten an, um auch nochmal die Möglichkeit zu haben, nachzubessern, wenn sich in der Praxis zeigt, dass sich nicht alles genau so umsetzen lässt, wie ursprünglich gemeinsam erdacht.

 

Photo by Alice Dietrich on Unsplash

Elisabeth Amann

Elisabeth
Amann


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