Petfluencer – Der beste Freund des PR-Menschen

04. 02. 2020

Petfluencer – Der beste Freund des PR-Menschen

Sie sind die inzwischen gar nicht mehr so heimlichen Stars des Internets: die Petfluencer. Die tierischen Gegenstücke zu Influencern sind eine nicht zu unterschätzende Größe in der Online-Welt.

Sie haben Millionen von Followern und Fans auf der ganzen Welt. Nein, es ist nicht von Kylie Jenner, Dagi Bee oder Cristiano Ronaldo die Rede. Es geht um Jiffpom, Nala Cat und Mr. Pokee. Hunde, Katzen und sogar Igel sind als sogenannte „Petfluencer“ auf Social Media ganz groß. Zwergspitz Jiffpom hat sagenhafte 9,6 Millionen Follower auf Instagram – zum Vergleich schafft es Deutschlands Vorzeige-Influencerin bibisbeautypalace auf 6,9 Millionen Abonnenten auf der gleichen Plattform. Und Grumpy Cat, die mittlerweile verstorbene grummeligste Mieze aller Zeiten, kannten hierzulande mehr Menschen, als so manches Hollywood-Starlet. Nicht zuletzt heißt es schon seit langem, dass Katzen heimlich das Internet beherrschen. Cat content geht einfach immer. Nur was heißt das für Unternehmen? Können sie die Kraft der Petfluencer ebenso für sich einsetzen, wie die ihrer menschlichen Gegenstücke?

 

Vielseitig wie ein bunter Hund

Generell spricht nichts dagegen, Kooperationen mit Petfluencern anzustreben. Die Reichweite stimmt, und es gibt oft ein hohes Maß an Interaktion, Bilder werden gerne geteilt. Vor allem die Bewerbung von Haustierprodukten liegt auf der Hand. Aber es muss bei den Kooperationen auch nicht immer nur um Hundefutter und Katzenstreu gehen. Mit ein wenig Kreativität lassen sich auch andere Produkte oder Dienstleistungen bewerben, wie etwa Möbelstücke, auf denen die Tiere Platz nehmen, Restaurants, in die der Schoßhund das Frauchen begleitet, oder Tourismusdestinationen, die für Haustiere geeignet sind. Es sollte allerdings nicht zu erzwungen wirken. Das gilt übrigens auch für menschliche Influencer – wir erinnern uns an die unfreiwillig peinliche Coral-Kampagne aus 2017.

Unmenschliche Bedürfnisse

Kooperationen mit tierischen Influencer verlangen ein gewisses Maß an Planung. Reisen sind beispielsweise nicht so leicht möglich, wie mit ihren menschlichen Gegenstücken. Katzen reisen generell weniger gern als Hunde, und auch anderen Tieren ist der Stress außerhalb ihres gewohnten Reviers zu sein kaum zumutbar. Im Zweifel ist es besser zu dem  Petfluencer zu fahren anstatt umgekehrt und etwa ein Shooting in dessen eigenen vier Wänden zu machen. Wenn es tatsächlich außer Haus geht, sollte zum Beispiel darauf geachtet werden, ob in gebuchten Hotels Tiere überhaupt erwünscht sind. Und dass der Haustierstar im Fall der Fälle natürlich mit Herrchen und Frauchen fliegen darf und nicht im Gepäckraum Platz nehmen muss. Auch was das Futter anbelangt haben Tiere (oder ihre Besitzer) oft ihren ganz eigenen Kopf und man sollte sich im Vorfeld über die Bedürfnisse informieren.

Tierschutz ist ein Thema

Rein rechtlich betrachtet unterscheiden sich die Vereinbarungen mit Petfluencern eigentlich nicht von denen mit menschlichen Social Media-Stars. Es muss einem aber bewusst sein, dass Vereinbarungen immer mit den menschlichen Besitzern getroffen werden, nicht mit den Tieren selbst. Wenn eine Katze etwa keine Lust auf einen öffentlichen Auftritt hat, wird es schwer. Und nie sollte der Eindruck gewonnen werden, dass ein Tier zu etwas gezwungen wird.  Denn manche Menschen reagieren (in einigen Fällen wohl durchaus zu Recht) sensibel darauf, wenn Tiere etwa in Kostüme gesteckt werden, einen Eventmarathon durchstehen müssen oder für scheinbar gefährliche Werbevideos herhalten müssen.

Selfmade-Star

Einen Hickhack mit schwierigen Besitzern und anspruchsvollen Instagram-Miezen kann man übrigens auch umgehen. Manchmal hilft es, sich einfach ein wenig im eigenen Unternehmen umzusehen: Gibt es vielleicht einen Bürohund? Hat der Chef eine süße Katze? Gibt es da eine hübsche Taube, die die Kollegen jeden Tag beim Mittagessen besucht? Warum nicht auch die eigenen, tierischen Kräfte mobilisieren? Klar, Gertrud, die Straßentaube ist vielleicht nicht so reichweitenstark wie Grumpy Cat. Aber mit guten Bildern und einer sympathischen Story kann auch sie für einen Reichweiten- und einen Sympathie-Boost sorgen.

Elisabeth Amann

Elisabeth
Amann


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