Soziale Medien und Krisenkommunikation: Ist auf einmal alles anders?

23. 04. 2019

Soziale Medien und Krisenkommunikation: Ist auf einmal alles anders?

Das Wort „Krise“ löst in vielen von uns Unbehagen aus. Immerhin gehen damit oft Chaos und Ungewissheit einher – wer mag das schon? Jedenfalls kein Manager einer Organisation, der dadurch die Reputation seines Unternehmens bedroht sieht. Dass eine gut gemeisterte Krise das Image aber sogar stärken kann, vergessen einige. Und genau da kommt die Krisenkommunikation ins Spiel.

Wenn richtig und professionell eingesetzt, schafft es die Krisenkommunikation, das angeknackste Image wiederherzustellen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Dabei ist wichtig zu beachten: Es müssen für die richtigen Personen die richtigen Informationen zugänglich gemacht werden. Sobald sich jemand nicht gut informiert fühlt, trifft dieser Missstand das Unternehmen. Vor allem in sozialen Medien kann das leider schnell passieren.

Soziale Medien als wichtiger Faktor in der Krisenkommunikation

Durch das Internet bzw. die sozialen Medien hat in der Krisenkommunikation eine Evolution stattgefunden. Journalisten als die traditionellen Gatekeeper sind jetzt nicht mehr die einzigen, die über die Relevanz von Informationen entscheiden. Unternehmen können direkt mit ihren Zielgruppen kommunizieren. Das birgt eine Vielzahl an Chancen, aber auch einige Herausforderungen. So werden Unsicherheiten, die mit Krisen einhergehen, oft durch den Faktor Social Media verstärkt. Es ist also wichtig, einen Fahrplan – eine Strategie – zu haben, auf den im Krisenfall zurückgegriffen werden kann. Der darf sich natürlich nicht nur auf traditionelle Kanäle beschränken, sondern sollte soziale Medien einschließen. Aufgrund der hohen Nutzerzahl spielt Facebook in der Krisenkommunikation eine wichtige Rolle. Aber auch Twitter, um mit Opinion Leader in Kontakt zu treten, ist als Plattform relevant.

Krisenkommunikation: integriert, aber doch individuell

Um weitreichende Imageschäden zu vermeiden, müssen Unternehmen und ihre Botschaften eine Einheit bilden. In der Praxis hat sich deshalb bewährt, einen Vertreter der Kommunikationsabteilung ins Krisenteam aufzunehmen – idealerweise auch jemanden aus dem Social Media-Team, um Schnelligkeit zu gewährleisten. Immerhin ist rasche Reaktion in der Krisenkommunikation das Um und Auf – besonders, wenn soziale Medien ins Spiel kommen. Aber: Schnelligkeit darf hier nicht zu Lasten korrekter und vor allem einheitlicher Informationen fallen. Wobei hier einheitliche Kommunikation nicht die Verwendung des exakt gleichen Statements auf jedem Kommunikationskanal bedeutet. Es geht vielmehr darum, auf die jeweiligen Besonderheiten einzugehen, um so an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Eine Presseaussendung ist formeller als ein Posting auf Facebook oder Twitter. Das ist eine unglaubliche Chance für Unternehmen, um nahbarer zu wirken. Es darf aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Prinzipiell haben soziale Medien die Krisenkommunikation nicht revolutioniert. Wer sie jedoch unterschätzt wird nicht allzu erfolgreich sein.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

Detaillierte Infos finden Sie in meinem Kapitel im Buch „Organisationskommunikation im Zeichen der Digitalisierung

Titelbild von Ivan Tamas bei Pixabay

Christina Prechelmacher

Christina
Prechelmacher


Weitere Neuigkeiten

Umdenken als große Challenge

Umdenken als große Challenge

10. 01. 2020

Die Zukunft in der Kommunikation bringt viele Herausforderungen mit sich. Wie sehen Innovationen in der Branche künftig aus und welche Entwicklungen erwarten uns? Spannende ...

mehr lesen
Tradition trifft Innovation – mit gutem Geschmack zum Erfolg

Tradition trifft Innovation – mit gutem Geschmack zum Erfolg

20. 12. 2019

Ein wachsames Auge, Strategie und gute Geschmacksnerven – damit kreiert unser Kunde FRISCH & FROST seine Produktpalette.

mehr lesen
Lebe den Genuss. Fachkräfte-Recruiting in der Vorarlberger Lebensmittelindustrie

Lebe den Genuss. Fachkräfte-Recruiting in der Vorarlberger Lebensmittelindustrie

13. 12. 2019

Recruiting ist und bleibt ein wichtiges Thema. Sei es, um prinzipiell die offenen Stellen zu belegen oder aber, um die Richtigen und vor allem gute, ...

mehr lesen
Die Schattenseiten des Personenkults

Die Schattenseiten des Personenkults

12. 12. 2019

Menschen können in Zeiten von Influencern & Co. mehr denn je auch Marken sein. Und Unternehmen, Organisationen und Parteien können diese Marken fü...

mehr lesen
Auffallen um jeden Preis? Probiers mal mit Persönlichkeit!

Auffallen um jeden Preis? Probiers mal mit Persönlichkeit!

05. 12. 2019

Kreative Mailings und Redaktionsbesuche als gute, aber meist unterschätzte Möglichkeiten, um Kontakte zu pflegen oder neu aufzubauen.

mehr lesen
Warum Strategie nicht aus der Mode kommt

Warum Strategie nicht aus der Mode kommt

27. 11. 2019

Strategie-Experte Andreas Rath gibt Einblick in seine Arbeit und verrät, worauf es bei der Strategieentwicklung zu achten gilt.

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo