Umdenken als große Challenge

10. 01. 2020

Umdenken als große Challenge

Unternehmen – ob groß oder klein, international oder national tätig – sind sich einig, dass Innovationen über ihre Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Neue Redaktionssysteme, Newsrooms oder digitale Tools – all das sind Beispiele, bei denen ein Wandel deutlich zu spüren ist. Längst ist auch die PR-Arbeit davon betroffen, die Branche ist im Umbruch und hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen.

Fehler machen muss erlaubt sein

Verstärkt ist es die Aufgabe von PR-Agenturen, neue Trends, technologische Entwicklungen und verändertes Konsumentenverhalten früh aufzuspüren, um sich an Herausforderungen anzupassen und flexibel agieren zu können. Denn: Kunden wollen mit neuen Ideen überrascht werden. Doch dies stellt viele Unternehmen vor die Frage, wie innovative Ideen und konkurrenzfähige Produkte entwickelt werden können? „Man muss Innovationen Raum geben. Führungskräfte müssen dahinterstehen, mitarbeiten und Plattformen schaffen. Ob das jetzt ein Ideenraum, ein Social Intranet oder ein Versuchslabor ist, sei dahingestellt. Mitarbeiter einfach tun lassen, ihnen Raum geben und Ideen zum Fließen bringen. Ebenfalls ganz wichtig: Fehler zulassen und auch ertragen. Penicillin ist schließlich auch aus Schusseligkeit entstanden“, so Susanne Hudelist, Managing Partner ikp Wien.

Crossmedial denken und arbeiten

Digitalisierung, Beschleunigung – die Schlagworte der Branche. PR muss sich in großen Teilen neu ausrichten, um auch in Zukunft den Herausforderungen gerecht zu werden. „PR ist nach wie vor eine der verlässlichsten und glaubwürdigsten Disziplinen in der Kommunikation. Dennoch oder gerade deswegen bleibt aktuell kein Stein auf dem anderen. Digitalisierung ist einer der Hauptfaktoren, weshalb wir PR radikal neu denken müssen“, so Martin Dechant, Geschäftsführer ikp Vorarlberg. Auch die Konzepte und Strukturen müssen neu geordnet werden. So auch im Hinblick auf die Arbeitsweise der PR-Experten, ist sich Martin Dechant sicher: „Egal ob online oder offline, crossmediales Denken und Handeln wird immer wichtiger.“ Kommunikation, unter Berücksichtigung von bewährten und erfolgreichen Methoden, muss grundsätzlich neu aufgestellt werden – und zwar: strategisch, agil und digital.

PR-Profis von Morgen

Neue Technologien und Social Media kurbeln das Tempo der Veränderungen in der Branche enorm an. Die PR-Agentur der Zukunft muss mit dieser Geschwindigkeit mithalten können und selbst aktiv werden, in dem sie neue Kanäle und Tools entwickelt. Reichten früher journalistische Skills für PR-Professionals, so sind die Anforderungen mittlerweile viel breiter angelegt. PR ist nicht mehr nur klassische Medienarbeit. Vielmehr kümmert sie sich heute um digitale Kanäle, Social Media, Online Marketing, Investor Relations, SEO, und vieles mehr. Ein Trend, der auch in der PR nicht vorüberzieht, ist der zunehmende Einsatz von Video- und Audioformaten in der Kommunikation. Content Creator, 360 Grad Video Experte, Data Scientist, Digital Stratege – all das sind mögliche Jobbezeichnungen der Zukunft.

Das Potenzial sprachgesteuerter Technologien

Die Kommunikationsbranche ist mit einem neuen Player – der Künstlichen Intelligenz (KI) – konfrontiert. Die Meinungen sind gespalten, doch viele sehen diese zukünftige Entwicklung als Chance, ihren Arbeitsalltag zu verbessern, in dem zeitintensive Aufgaben wie Verteilerlisten oder künftig sogar Presseaussendungen über neue Programme erstellt und gefiltert werden können. Dadurch bleibt mehr Zeit für jene zentralen Aufgaben, die kein Chatbot übernehmen kann – nämlich die Kontaktpflege und der Beziehungsaufbau mit den Kunden sowie die Entwicklung von kreativen PR-Strategien. Wie weit die Entwicklungen gehen können, zeigt ein Beispiel der bekannten New Yorker Nachrichtenagentur „The Associated Press“: Hier kommt bereits ein Programm zum Einsatz, das strukturierte Daten in einen Text umwandelt. In naher Zukunft werden hier Presseaussendungen schon immer öfter von Programmen erstellt werden.

Fazit: Seien Sie mutig!

Mit zunehmenden Angeboten an Kanälen und Tools sowie neuen Zielgruppen muss sich die Kommunikation immerzu anpassen, anders gesagt, agil sein. Dabei ist eines ganz wichtig: PR-Agenturen müssen experimentieren, sich weiterentwickeln und den Fortschritt vorantreiben. Stillstand kommt nicht in Frage, auch mit dem Risiko, Fehler zu machen – denn eines steht fest: Ob sich der Mut, sich den Herausforderungen zu stellen, bezahlt macht, weiß man immer erst hinterher.

 

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Titelbild von marekuliasz bei iStock

Nicole Komann

Nicole
Komann


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