Journalisten, was wollt ihr wirklich?

31. 07. 2018

Journalisten, was wollt ihr wirklich?

Über das gut erforschte Wesen Journalist gibt es bereits viele Umfragen und Studien. Dennoch ist es für eine PR-Agentur wichtig, was die Menschen in den Redaktionen der Zeitungen und Magazine bewegt und vor allem, wie wir sie mit unserer Arbeit unterstützen können.

Bei unserer Umfrage im Vorjahr (damals noch als senft+partner) haben wir namhafte Studien als Basis genommen und wollten außerdem wissen, wie die Digitalisierung auf die journalistische Arbeitsweise Einfluss nimmt. Ausgansbasis war ein feierlicher Anlass: 2017 feiert die Presseaussendung ihren 110. Geburtstag! Und heute?

Totgesagte leben länger

Futureexploration.net prophezeite bereits 2014, wann das Produkt gedruckte Tageszeitung in den jeweiligen Ländern sterben wird. Für Österreich wurde das Jahr 2028 berechnet. Die Reaktion in unserer Umfrage: 80 Prozent sagen, dass diese Prognose übertrieben sei. Eine klare Mehrheit von 99 Prozent beurteilt die klassische Presseaussendung als wichtiges Kommunikationsmittel. Betrachten klassische Journalisten Influencer wie Blogger oder YouTuber als zunehmende Konkurrenz? Die 70%-ige Zustimmung zeigt, dass sie diese zwar nicht als unmittelbare Bedrohung empfinden, aber doch sehr bewusst wahrnehmen.

Gerne Gespräch, ganz gerne Grafik

Der Zeitdruck der Journalisten ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das zeigt unter anderem eine Umfrage von marketagent.com. Hier sagen insgesamt 90 Prozent der befragten Journalisten, dass der Zeitdruck deutlich bzw. eher größer geworden ist. Die beinahe logische Folge in den Recherchegewohnheiten: Das Internet ist mit 85 Prozent die Recherchequelle Nummer 1. Doch relativ knapp dahinter folgen mit 80,8 Prozent Telefongespräche, dann das persönliche Gespräch (77,1 %) und mit immerhin 59,3 Prozent Pressematerialien (Quelle: Sievert/Preppner 2016, S. 4). Um das schnelle Erfassen von Inhalten geht es auch bei Infografiken: Jeder zweite, der von uns befragten Journalisten, verwendet sie häufig. Zwei von drei Journalisten vor allem aufgrund des informativen Inhaltes.

Chance Bild

Es gibt zahlreiche Umfragen, welches Bildmaterial sich Redaktionen wünschen und worüber sie sich ärgern. Jeder PR-Berater kennt deren Mantra: „Und bitte hochauflösend, und mit allen Credits, und sofort!“ Damit Agenturen im Namen ihrer Kunden also hier rasch reagieren können, sollten sie Zugriff auf aktuelle und freigegebene Fotos haben. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht klappt, stehen Journalisten mittlerweile sehr günstige und gute Bilder von Bildagenturen zur Verfügung. Unsere Umfrage zeigt, dass sogar jeder Zweite Agenturbilder für die Berichterstattung verwendet. Schade, denn das ist für den Absender der Botschaft eine entgangene Chance, sein eigenes Bildmaterial gut sichtbar unterzubringen.

Demografischen Daten jener Journalisten, die geantwortet haben:
Österreichische Journalistinnen und Journalisten. Das Geschlechterverhältnis ist ausgewogen. Bunt gemischt aus den Redaktionen von Tageszeitungen, Monatsmagazinen oder Fachmagazinen – der Rücklauf war mit 59 % allerdings b2b-lastig. 73 % haben einen Hochschulabschluss. Interessant ist, dass jeder zweite der Befragten 45 Jahre alt oder älter ist.  Macromedia mit Unterstützung von convento, Durchführungszeitraum Jänner 2015.

Titelbild von Olu Eletu bei unsplash.com


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