Wie globale Unternehmen ihr Markenversprechen halten – auch in der Krise

16. 04. 2020

Wie globale Unternehmen ihr Markenversprechen halten – auch in der Krise

Es wäre eine Untertreibung, die Auswirkungen der globalen Coronavirus-Pandemie der letzten Wochen als Herausforderung für Unternehmen zu bezeichnen. Es gibt jedoch auch Grund für Optimismus: In unterschiedlichsten Unternehmen auf der ganzen Welt zeichnen sich erste erfolgversprechende Reaktionsstrategien und Best Practices für den Umgang mit der Krise ab.

Aus der Kommunikationsperspektive kann die derzeitige Situation verwirrend sein: Während immer mehr Unternehmen unsicher in die Zukunft blicken und deshalb sparsam kommunizieren, sorgen andere bereits für Transparenz über ihre Situation. Viele Unternehmen zeigen in diesen schwierigen Zeiten Mut und Ideenreichtum, um die Corona-Krise und deren Folgen zu bekämpfen. Sei es durch großzügige Spenden oder durch kreative Kommunikation, um Mitarbeiter und Kunden weiter zu halten. ikp ist „einmal um die Welt gereist“ und hat Best Practices aus internationalen Unternehmen gesammelt.

Deutschland: Mit Datenvolumen gegen Einsamkeit

In Zeiten der „sozialen Distanzierung“ und Selbstisolierung steigt das Bedürfnis nach digitaler Kommunikation und digitalem Konsum. Die Deutsche Telekom hat darauf im Sinne ihres Markenversprechens „Life is for sharing“ reagiert und gewährt 10 GB zusätzliches Datenvolumen, um allen ihren Kunden „digitales Bonding“ zu ermöglichen. Zuvor hatte das Unternehmen auch angekündigt, die Surfgeschwindigkeit nach Nutzung des eingeschlossenen Datenvolumens nicht zu reduzieren. Telekom-Chef Tim Höttges hat die Gelegenheit genutzt, diese Situation für seine persönliche Positionierung als aufgeschlossene und agile Unternehmensführung zu nutzen.

 

Frankreich: Schmerzlich vermisst

Egal, ob man Monaco bereits kennt oder erst in Zukunft einen Besuch plant, die Monaco Government Tourist & Convention Authority möchte in Kontakt mit allen bleiben. Daher wurde eine neue PR-Kampagne ins Leben gerufen, um Reisende wissen zu lassen, wie sehr sie in Monaco vermisst werden. Um Besuchern zu vermitteln, dass sie gerne gesehen wären, hat das Fürstentum den üblichen Slogan „For You“ in „Miss you“ abgewandelt. Die Botschaft wird unterstrichen von freundlichen Nachrichten und Bildern, die die Menschen an schöne Zeiten erinnern sollen. Die Kampagne richtet sich an Freizeit- und Geschäftsreisende, an Konsumenten sowie Akteure der Reisebranche und wird in sozialen Netzwerken, auf Webseiten der Reisebranche und in Magazinen platziert.

 

USA: Virtueller Mittagstisch

Während mittlerweile auch in den USA Restaurants geschlossen bleiben, möchte die US-amerikanische Schnellrestaurantkette Chipotle dennoch mit seinen Fans in Kontakt bleiben und rief unter „Chipotle Together“ einen virtuellen Lunch ins Leben. Das Unternehmen teilte die Links zu den Sessions auf Twitter. Eine Woche lang konnten sich täglich bis zu 3.000 Fans virtuell mit Prominenten in Online-Chats unterhalten und Gutscheincodes für Online-Bestellungen gewinnen. Zusätzlich zu den Lunch-Dates bot Chipotle auch eine kostenlose Lieferung bei jeder Bestellung von 10 Dollar oder mehr über die Chipotle-App und online an.

 

China: Süßes Zeichen der Dankbarkeit

Kurierdienste sind – neben dem medizinischen Personal und den öffentlich Bediensteten, die beispielsweise durchgängig den Nahverkehr oder die Müllentsorgung aufrechthalten – die Aorta der Krise. Nicht nur große Plattformen setzen auf sie – auch regionale Geschäfte stellten ihren kompletten Betrieb auf einen kontaktlosen Lieferservice um. Lindt China hat den Alltagshelden in der Corona-Krise daher den diesjährigen Valentinstag gewidmet und sich bei diesen für ihren täglichen Einsatz mit einer süßen Überraschung bedankt: So verteilte der Schokoladehersteller über 23.000 Lindor-Kugeln an die Kuriere der Alibaba-O2O-Supermarktkette Hema sowie des Lebensmittel-Lieferservices Ele.me.

Italien: Blitzschnelle Kommunikation gefordert

Auch die interne Kommunikation ist derzeit im Ausnahmezustand. An der Front des Coronavirus-Ausbruchs in Norditalien, wo Anfang März 2020 die meisten Fälle außerhalb Chinas gemeldet wurden, hat das italienische Modeunternehmen Max Mara blitzschnell auf die Krise reagiert, die buchstäblich an die Tür klopfte. Das Unternehmen musste sofort und zuverlässig Notfallinformationen an die Mitarbeiter in der italienischen Zentrale weiterleiten, aber auch seine Hunderte von Filialleitern und Mitarbeitern in der ganzen Welt auf den neuesten Stand bringen. Die Kommunikation lief über die Mitarbeiter-App von Max Mara, innerhalb derer ein spezieller Corona-Newskanal mit aktuellen Informationen zur Lage eingerichtet wurde.

Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, wie sich Unternehmen weltweit mit kreativen Ideen und Maßnahmen an die außergewöhnliche Situation anpassen. Ähnlich wie nach dem typischen Muster der Heldenreise, das als Vorlage für etliche Hollywoodfilme dient, sollten Unternehmen die aktuelle Corona-Krise als Aufruf verstehen, sich eine neue Entwicklungsstufe zuzutrauen und neue Potenziale in sich zu entdecken. Die Unternehmen, die das jetzt verstehen, und den Konsumenten in der Corona-Krise Empowerment und Sicherheit bieten, werden nach der Corona-Krise Startvorteile haben.

 

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Titelbild von Kyle Glenn bei Unsplash

Julia Ruff

Julia
Ruff


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