Von Influencer*innen zu Sinnfluencer*innen

16. 03. 2021

Von Influencer*innen zu Sinnfluencer*innen

Die Traumreise auf die Malediven, schicke Mode und neue Beauty-Lifehacks: Lange Zeit gab es bei Instagram ausschließlich Bilder vom sorgenfreien Leben zu sehen. Doch die bekannten Influencer*innen nutzen ihre Reichweite immer häufiger, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und aufzuklären – über Feminismus, Krankheiten, gesellschaftliche Randthemen und den Klimawandel. Wie Unternehmen diese Trendumkehr für ihre PR-Agenda nutzen können, erklären wir hier.

Nicht selten müssen sich junge Menschen anhören, sie würden sich gar nicht für Politik und das Weltgeschehen interessieren. Vor einiger Zeit hätte man anhand ihres Medienkonsums auf sozialen Plattformen wie Instagram und den darauf veröffentlichten Inhalten tatsächlich darauf schließen können. Denn dort offenbarte sich eine Scheinwelt: Inszenierte Fotos von durchtrainierten, makellosen Körpern, Statussymbolen, Urlauben, Partys und ein starker Fokus auf Mode und Jugendlichkeit.

Wertewandel der Generation Z

Doch die oberflächlichen Auftritte mancher reichweitenstarker Instagrammer’innen spiegeln immer weniger die Werte der jungen Generation wider. Studien über die Werte der Generation Z (18- bis 24-Jährige) zeigen, dass (mentale) Gesundheit eine hohe Priorität für sie hat, sie sich mit sozialer Ungleichheit, Tabus und Diversity auseinandersetzen und sich um das Klima sorgen.

Parallel dazu kehrten aber auch erfolgreiche Influencer*innen der glitzernden Scheinwelt auf Instagram immer häufiger den Rücken zu, wie es etwa Madeleine Darya Alizadeh alias DariaDaria bereits vor Jahren gemacht hat. Als sie ihren Blog und Auftritt bei Instagram im Jahr 2010 startete, präsentierte sie sich in schicken Outfits bekannter Modemarken aus dem Fast-Fashion-Bereich. Heute beschäftigt sie sich auf ihren Kanälen mit einem nachhaltigen Lebensstil, Umweltbewusstsein und sozial benachteiligten Gesellschaftsgruppen und klärt darüber auf. Ihre Themen scheinen Anklang zu finden, denn 320.000 Menschen folgen ihr bei Instagram. Sie ist mit diesem Themenwandel nicht allein. Viele Instagrammer*innen setzen auf sinnstiftende, gesellschaftsrelevante Themen, bereichern mit ihren Inhalten den öffentlichen Diskurs und tragen zum demokratischen Verständnis bei.

Doch die Anhängerschaft der sogenannten „Sinnfluencer*innen“ ist nicht nur bei politischen und gesellschaftlichen Themen kritisch – sie beobachtet auch genau, mit welchen Unternehmen die Influencer*innen Kooperationen eingehen. Diese bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Glaubwürdigkeit und werbefinanzierten Inhalten. Umso wichtiger ist es, dass Sinnfluencer*innen klar und deutlich ihre Einstellung kommunizieren und hinter ihren Postings stehen – egal ob bezahlt oder nicht.

Thematischer Fit ist das A und O

Für Unternehmen bringt dieser Wandel weg von oberflächlichen Themen Vor- wie auch Nachteile. Instagram steht nicht länger rein für das Schöne und Makellose, die Themen der Community sind vielfältiger geworden. Für Unternehmen ist es nun umso wichtiger, Kooperationspartner nicht nur über die Followerzahlen und einen kurzen Blick auf die publizierten Bilder auszuwählen, sondern ausführlich zu analysieren, welche Werte die jeweiligen Influencer*innen vertreten und ob diese auch wirklich zum Unternehmen passen. Einmal mehr gilt: Qualität statt Quantität! Die breite Palette an Themen bietet Unternehmen durchaus die Chance, mit ihren Botschaften und Inhalten Gehör zu finden, wenn die Chemie stimmt und gemeinsame Werte geteilt werden.

 

Quellen:

Digital Natives Monitor – TikTok Report 2020
So tickt die Generation Z – PwC Studie 2020
Drei Viertel der jungen Österreicher haben Angst vor Klimawandel

 

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Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

 

Titelbild von Nico Roicke bei Unsplash

Lisa Kolb

Lisa-Maria
Kolb


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