Erfolgsfaktor Strategie!

13. 06. 2019

Erfolgsfaktor Strategie!

Eine gute Kommunikationsstrategie legt nicht nur den Grundstein, um eine Zielgruppe für sich zu gewinnen. Sie hilft auch, im Ausnahmezustand einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn vor allem im Krisenfall hat planlose Kommunikation einen negativen Einfluss auf das Image. Welche Kommunikationsstrategie steckt also hinter erfolgreichen Unternehmen und aus welchen Fehlern können wir lernen?

Klare Botschaften in Echtzeit

Wie wichtig klare und einheitliche Botschaften sind, zeigte vor einigen Jahren das deutsche Unternehmen Germanwings. Durch einen Flugzeugabsturz stand es im Fokus des öffentlichen Interesses. Der Absturz war vor allem auf eine menschliche Tragödie zurückzuführen. Abläufe und Zuständigkeiten standen offenbar bereits vorab fest, denn ein überzeugender Sprecher (nur einer!) lieferte professionelle Antworten in der nötigen Geschwindigkeit und mit Taktgefühl. Ein wichtiger Punkt, denn im Eifer des Gefechts kommt es so zu keinen widersprüchlichen Aussagen, Unklarheiten oder Fehlentscheidungen. Der Konzern präsentierte sich mit kontinuierlichen und ehrlichen Botschaften, bot ein stimmiges Bild in der kritischen Zeit und konnte dadurch das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen.

Ehrlichkeit gewinnt

Der Fall des japanischen Energieversorgers Tepco nach der großen Nuklearkatastrophe von Fukushima ist ein drastisches Beispiel von misslungener Kommunikationspolitik. Neben menschlichem Versagen, Fehlentscheidungen des Managements sowie des technischen Personals, kritisierte die Öffentlichkeit das Energieversorgungsunternehmen für seine mangelhafte Informationspolitik. Das Zurückhalten von Informationen, die Widersprüchlichkeit der Aussagen und die Unsachlichkeit von Schutzbehauptungen und Schuldzuweisungen hatten fatale Auswirkungen. Dieses extreme Beispiel zeigt, wie schlechte Kommunikation eine kritische Situation weiter zuspitzen kann. Eine vorbereitete Kommunikationsstrategie und deren Anpassung und konsequente Umsetzung im Ernstfall entscheidet darüber, ob und wie sich ein Unternehmen von einer Krise erholt. Transparenz nach Außen ist zudem einer der wichtigsten Faktoren der Kommunikationspolitik – vor allem in der Aufarbeitung von Krisen.

Strategie leben und nicht nur proklamieren

UBER war mit seiner Mitfahr-App immer wieder negativer Berichterstattung ausgesetzt. Durch politische Probleme, Rechtsstreitigkeiten und Instabilität im Vorstand stand UBER bereits im Fokus der Medien. Als zudem ein schockierendes Video veröffentlicht wurde, das den Eigentümer zeigt, wie er mit einem Fahrer über Geschäftspraktiken diskutiert, Obszönitäten von sich gibt und den Fahrer degradiert, kippte das öffentliche Bild des Unternehmens endgültig. Trotz eines öffentlichen Entschuldigungsschreibens löste der Vorfall eine Welle der Empörung und eine Bewegung zum Löschen der App aus. In diesem Fall mag womöglich eine Kommunikationsstrategie existiert haben, das Entschuldigungsschreiben war aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn der Erfolg externer Kommunikation basiert auch auf der Kultur und der Akzeptanz der Strategie innerhalb des Unternehmens. So ist Vertrauen in der öffentlichen Wahrnehmung nur dann möglich, wenn diese intern mitgetragen wird. In diesem Fall gilt: Wer die Öffentlichkeit wieder für sich gewinnen will, sollte sie an Maßnahmen zur Beseitigung bekannter Missstände teilhaben lassen, indem regelmäßig über Fortschritte berichtet wird.

Fazit: Strategische PR-Konzepte sind nicht nur der Schlüssel zum Erfolg, das Alpha und Omega zur erfolgreichen Imagebildung, sondern vor allem ein Anker – nicht nur in der Krise. Werden Strategie und Planung übersprungen, ist es unberechenbar, wie sich das Unternehmen am Markt etabliert und ob die Zielgruppe erreicht werden kann. Grundsätzlich muss eine Strategie aber nicht nur proklamiert, sondern auch verinnerlicht werden. Divergieren interne und externe Kommunikation gefährlich weit auseinander, kann die festgelegte Strategie vorab noch so gut durchdacht sein – das öffentliche Bild wird kippen.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

 

Titelbild von Congerdesign bei Pixabay

Veronika Iskalla

Veronika
Iskalla


Weitere Neuigkeiten

#lebeoffline

#lebeoffline

18. 07. 2019

Tausche isolierte Videoserie gegen frische, authentische und emotionale Multichannel-PR-Kampagne   Bewegtbild ist in den Online-Medien, den Sozialen Netzwerken und auf Websites präsenter und gefragter ...

mehr lesen
ikp Wien feiert zwei Aufstiege und Teamzuwachs

ikp Wien feiert zwei Aufstiege und Teamzuwachs

10. 07. 2019

Wir freuen uns über die Aufstiege von Teresa Pichler und Marta Halacinska zum Junior Consultant und begrüßen Rebecca Chromy als Trainee neu im Team.

mehr lesen
„Manchmal sind wir Vermittler, manchmal sind wir die Feuerwehr“

„Manchmal sind wir Vermittler, manchmal sind wir die Feuerwehr“

03. 07. 2019

Strategie – aber wie? Die ikp Geschäftsführer entwickeln seit Jahrzehnten ausgetüftelte PR-Strategien und geben im Interview Einblicke in die Beratung.

mehr lesen
Ist Amazon die neue Supermacht in der Kommunikation?

Ist Amazon die neue Supermacht in der Kommunikation?

25. 06. 2019

Kommunikationsprofis müssen mit Amazon um Reichweiten kämpfen. Mehr dazu erzählt uns Dominic Köfner, Geschäftsführer von Serviceplan Austria.

mehr lesen
Wenn Anrainer auf die Barrikaden steigen

Wenn Anrainer auf die Barrikaden steigen

24. 06. 2019

Mit einer durchdachten Kommunikationsstrategie und Maßnahmen, die den Dialog mit den Anrainern in den Mittelpunkt stellen, arbeiten die Gebrüder Weiss in der Stadt ...

mehr lesen
Schnittmarken richtig setzen: Bildgrößen auf Social Media

Schnittmarken richtig setzen: Bildgrößen auf Social Media

19. 06. 2019

Es stellt sich immer wieder die Frage: Wie sieht mein neues Lieblingsbild als Titelbild, Profilbild oder als Posting aus? Denn alle Social Media Kanäle ...

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo