Wenn Anrainer auf die Barrikaden steigen

24. 06. 2019

Wenn Anrainer auf die Barrikaden steigen

Mit einer durchdachten Kommunikationsstrategie und Maßnahmen, die den Dialog mit den Anrainern in den Mittelpunkt stellen, arbeiten die Gebrüder Weiss in der Stadt Salzburg an der Erweiterung ihres Betriebsgeländes.

Die Themen sind bekannt wie die zu Grunde liegenden Herausforderungen: Die Errichtung und der Bau von Mobilfunkmasten, Hochleistungsbahnen, Straßen und 380-KV-Leitungen oder die Erweiterung von Betrieben. Was für Staat, Gesellschaft und Unternehmen sinnvoll erscheint, bedeutet für viele Menschen auch Einschränkungen. Konflikte an den Schnittstellen von Wohn- und Gewerbegebieten sind vorprogrammiert, so auch in Salzburg Schallmoos, wo das Logistikunternehmen Gebrüder Weiss seinen Standort ausbauen will. Die Gebrüder Weiss Transport und Logistik ist ein Familienunternehmen mit Stammsitz in Lauterach in Vorarlberg und betreibt seit fast 40 Jahren eine erfolgreiche Niederlassung in Salzburg. Hier werden ca. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Schnittstelle Wohn- und Gewerbegebiet

Die erfolgreiche Entwicklung vieler Salzburger Unternehmen, für die Gebrüder Weiss tätig ist, sowie die Zunahme online bestellter und retournierter Waren, machen einen Ausbau des Standorts notwendig. Nach einer Phase intensiver Suche und der Prüfung von sieben Standorten entschied sich das Unternehmen für eine Standorterweiterung in Salzburg Schallmoos. Der nördliche Teil von Schallmoos wird geprägt durch das Gewerbegebiet, das von vielen Unternehmen aufgrund seiner Nähe zur Autobahn und zum Bahnhof geschätzt wird. Gleichzeitig befindet sich nördlich des Firmengeländes auch eine Wohnsiedlung mit ca 100 Häusern, einem Kindergarten, einer Volksschule, einem Park und einer Sportanlage. Diese Siedlung wird im Osten von der Vogelweiderstraße, im Norden und im Westen von den Bahngleisen begrenzt.

Widerstand der Nachbarn

Naheliegend, dass die Bewohner keine weitere Belastung in ihrem Stadteil wollen. Schon jetzt wünschen sie sich eine Reduktion des Verkehrs im Stadtteil, bessere Luft und weniger Lärm. Einzelne Protestaktionen wurden daher sofort nach Bekanntwerden der ersten Überlegungen organisiert. Für die Gebrüder Weiss war klar, dass die bisherige gute Nachbarschaft nur mit Information und Dialog erhalten werden kann. In Informationsveranstaltungen wurde die Pläne im Detail vorgestellt und in Anrainergesprächen diskutiert. Das Projekt wurde gedreht und die verkehrsberuhigten Teile in Richtung Wohngebiet und die verkehrsintensiven Bereiche Richtung Gewerbegebiet angeordnet. Geeignete Schallschutzmaßnahmen wurden festgelegt und die Schutzmauer gemeinsam mit den Anrainern gestaltet. Der Immissionsschutzstreifen zwischen Firmengelände und Wohngebiet wurde erweitert.

Kommunikationsstrategie als Grundlage

Neben Information und Dialog sieht die Kommunikationsstrategie der Gebrüder Weiss aber auch vor, die emotionale Diskussion mit Fakten zu versachlichen. Externe Gutachter für die Themen Verkehr, Schall, Luftgüte, sowie Belichtung und Beschattung konnten einen wichtigen Beitrag zur Klärung offener Fragen leisten und fehlende Informationen liefern. Die Luftgüte wurde von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) geprüft, die eine Verbesserung der Situation in den kommenden Jahren prognostiziert. Die laufende Information von Meinungsführern und Politikern im Vorwahlkampf war ebenso wichtig, wie ein Newsletter, der den Projektfortschritt begleitet. Hier kamen auch Befürworter des Projekts zu Wort.

Andreas
Windischbauer


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