Zielgruppengerechte Werbung auf Social Media

17. 05. 2021

Zielgruppengerechte Werbung auf Social Media

„Ich mach‘ mir die Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt“ – das wusste schon Pippi Langstrumpf im Jahr 1969. Und genau diesem Schema bedient sich auch die digitale Werbewelt: Denn bezahlte Anzeigen auf Social Media werden nicht jeder Person ausgespielt. Zielgruppengerechte Werbeschaltungen sind das A und O im heutigen Marketingmix. Sie gehören zu einer durchdachten Strategie – wie Herr Nilson und Kleiner Onkel zu Pippi.

Doch wie verschieden werden bezahlte Beiträge wirklich in unserem Feed platziert? Bekommen ein Mann und eine Frau komplett unterschiedliche Anzeigen zu sehen? Wie wirken sich Familienstand, Beruf oder persönliche Interessen und Vorlieben auf die eigene Werbewelt aus? Um das genau unter die Lupe zu nehmen und die Algorithmen besser zu verstehen, starteten wir einen Selbstversuch. Aber alles auf Anfang.

 

Der Algorithmus als Sortierwerk

Algorithmen sortieren in jedem Sozialen Netzwerk Inhalte aus, filtern sie nach den Interessen der User*innen und machen somit die digitale Welt für Jeden und Jede noch spannender. Egal ob Facebook, Instagram oder TikTok: Mathematische Programme im Hintergrund versuchen für uns nur die Inhalte zu zeigen, die uns auch interessieren – und das nicht nur bei bezahlten Beiträgen. Organische Postings werden ebenfalls aussortiert. So erhalten Personen, die mehrmals täglich auf den Social Media-Plattformen unterwegs sind, viel mehr neue Inhalte ausgespielt, als die, die nur einmal am Tag die Netzwerke öffnen.

 

Zielgruppengerechte Ads auf Social Media

Um den Algorithmen das Filtern zu vereinfachen und potentielle Kund*innen ohne Umwege zu erreichen, kann die Zielgruppe bei Werbung auf Social Media explizit ausgewählt und genauestens bestimmt werden. So wird das ausgegebene Budget zielgerecht eingesetzt und Streuverlust vermindert. Je genauer Interessen und zusätzlich demografische Werte eingegrenzt werden, desto spitzer wird die Zielgruppe. Diesen Vorteil sollte sich jedes Unternehmen zu Nutze machen. Wie genau bzw. wie verschieden die Ads dennoch platziert werden, zeigt unser Selbstversuch.

 

Das Experiment

Über vier Tage lang, sammelte und beobachtete die digitale Crew aus Vorarlberg Werbeanzeigen und Ads auf Social Media. Etliche Screenshots und ein Wochenende später war klar: Social Media knows us best!
Obwohl sich die fünf Personen teilweise mit Interessen, Alter und Familienstand überschneiden, wurden sie mit komplett verschiedenen Ads konfrontiert. So erhielten beispielsweise nur die Herren Werbung für Sportwetten, dafür waren Anzeigen für coole Handyhüllen bei allen Damen richtig platziert. Eh klar? Fast, denn hier stimmten zufälligerweise die stereotypen Interessen bei beiden Geschlechtern. Es ist dennoch möglich, dass auch Frauen Anzeigen für Wetten und Sport erhalten, es geht lediglich um das Interesse.

Generell können wir sagen, dass der Faktor „Geschlecht“ für eine gute Zielgruppe nicht ausreicht. Klar, wenn ich Produkte für Damenhygiene verkaufe, ist meine Hauptzielgruppe weiblich. Aber bei vielen Themen müssen die Zielgruppen tiefer und besser angelegt sein – je genauer, desto besser. So sind Interessen wie „Wintersport“ noch zu oberflächlich als Faktor, jedoch Freeride schon spezifischer.

Bei einem Thema haben wir besonders die eigenen Interessen bzw. persönlichen Vorlieben der Testpersonen sehr gut erkannt bzw. unterschieden: Fashion! Mode und Kleidung brauchen Frauen und Männer jeden Alters zugleich. Ob neue Sneaker, Laufschuhe oder Sandalen für den nächsten Sommerurlaub – es hängt vom Surfverhalten und den bereits bestehenden und Sozialen Medien bestens bekannten Interessen ab.
Shops, die Artikel für beide Geschlechter führen, wollen ihre Produkte meist gleichermaßen verkaufen. Dabei werben sie mit verschiedenen Anzeigen. Sie zeigen unterschiedliche Kleidungsstücke und catchen so ihre potentiellen Käufer*innen. Es lohnt sich also, bei unterschiedlichen Produkten mehrere Anzeigen zu schalten.

Kenne deine Zielgruppe

Wie gut unsere Sozialen Netzwerke uns kennen und was sie alles über uns wissen, ist uns spätestens nach unserem Experiment noch bewusster geworden. Wir scrollen nach unserem Selbstversuch über Werbeanzeigen schneller drüber und wischen gesponserte Storys noch aktiver weg – um den Algorithmen nicht die Möglichkeit zu geben, uns noch besser kennenzulernen. Dennoch sehen wir die eigens auf uns angepassten Anzeigen aus reiner Marketing-Sicht als einen großen Pluspunkt, denn potentielle Kund*innen fühlen sich so noch wohler in ihrer eignen Welt der Sozialen Netzwerke. Wir müssen uns nicht mehr Werbung ansehen, die uns nicht interessiert. Marken, Shops und Unternehmen zeigen uns genau das, was wir sehen wollen. Unser Fazit also: Kenne deine Zielgruppe und bespiele sie so genau wie möglich.

Als begeisterte Marketer*innen und Social Media-Lover sind wir von den Möglichkeiten, die uns Ads und Werbeschaltungen in Sozialen Netzwerken bieten absolut begeistert. Der Fakt, dass uns Instagram und Co wahrscheinlich besser kennen, als unsere besten Freund*innen rückt dabei fast in den Hintergrund.

 

📸 Titelbild:  JOSHUA COLEMAN on Unsplash

Madlen Dürr

Madlen
Dürr


Weitere Neuigkeiten

Wordrap mit Bernhard Tschann

Wordrap mit Bernhard Tschann

08. 09. 2021

Seit 1. Juni ist Bernhard Tschann Teil der Geschäftsleitung von ikp Vorarlberg. Mehr über seinen beruflichen Werdegang findet sich hier. Für ein persönlicheres ...

mehr lesen
You are fucked!

You are fucked!

06. 09. 2021

Mit Double Strikes und anderen Cyberattacken sind immer mehr Unternehmen konfrontiert. Viele bereiten sich mittlerweile entsprechend vor.

mehr lesen
Social-Media-Praktikum bei ikp Salzburg

Social-Media-Praktikum bei ikp Salzburg

25. 08. 2021

Akten schlichten und Kaffeekochen? Fehlanzeige! – Ein Praktikum bei ikp verspricht Agenturalltag pur und viel praktische Erfahrung.

mehr lesen
Industrie-Kommunikation – eine Welt voller Gegensätze

Industrie-Kommunikation – eine Welt voller Gegensätze

13. 08. 2021

Die Industrie-Kommunikation muss alles können und außerdem den Spagat zwischen differenziertem Expertenwissen und einfachem Erklären von Zusammenhängen meistern.

mehr lesen
„Salzburg, owa vom Gas!“: ikp Salzburg kommuniziert für mehr Verkehrssicherheit

„Salzburg, owa vom Gas!“: ikp Salzburg kommuniziert für mehr Verkehrssicherheit

29. 07. 2021

ikp Salzburg kreiert Dachmarke und Kampagne für Verkehrssicherheit für das Land Salzburg

mehr lesen
Storytelling mit Videos – so geht das!

Storytelling mit Videos – so geht das!

28. 07. 2021

Videos sind im Kommunikationsmix nicht mehr wegzudenken. Warum wir auf Protagonist*innen vor der Kamera setzen, zeigen wir dir hier. Außerdem gehen wir darauf ...

mehr lesen
nach oben
ikp PR-Agentur Logo